Fliegen, was das Zeug hält
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9. August 2018
Roland Roth FOTO: PR

Wetter-Experte vermisst Lehren aus dem Klimawandel

Der Klimawandel lässt sich nicht mehr aufhalten, aber begrenzen. Es wird zuviel geflogen und Auto gefahren, sagt Roland Roth, Inhaber der privaten Wetterwarte Süd. Er befasst sich seit 50 Jahren mit dem Wetter und den klimatischen Veränderungen. Unserem Mitarbeiter Maximilian Kohler gibt er seine Einschätzungen.

Herr Roth, wie wirkt sich der Klimawandel aus?

Roland Roth:
In den vergangenen 100 Jahren ist es auf der Erde etwa ein Grad wärmer geworden, wodurch der Wasserspiegel der Meere um 30 Zentimeter gestiegen ist. Im Alpenraum wurde es sogar zwei Grad wärmer. Dabei hat sich seit Anfang der 1980er Jahre die weltweite Erwärmung beschleunigt. Die wärmsten Jahre in der Geschichte der Meteorologie wurden allesamt seit Beginn der 80er Jahre verzeichnet. Das wärmste Jahr war 2016, gefolgt von 2015 und 2017.

Welche Folgen hat dies für dieTier- und Pflanzenwelt?

Einzelne Tier- und Pflanzenarten werden aussterben, andere kommen hinzu wie etwa die Asiatische Tigermücke, Feuerlibellen und die japanische Buschmücke. Die Asiatische Buschmücke kann das gefährliche West-Nil-Fieber übertragen und hat bereits das Schweizer Mittelland und den Raum Freiburg erreicht. Es wird zu einer Zunahme von Springkraut, Goldrute, Riesenbärklau und Ambrosia kommen. Die Fichte wird wärme- und trocken resistenten Baumarten wie die Douglasie, die Eiche und die Esche weichen.

Mehr Stürme

Herr Roth, auf welche klimatischen Veränderungen müssen sich die Menschen einstellen?

Roland Roth:
Eine Häufung extremer Wettererscheinungen, Zunahme schwerer Stürme und Orkane, vermehrt Dürreperioden und Überschwemmungen. Als Beispiel kann der Bodenseepegel herangezogen werden. Im November 2002 befand sich der Pegel auf einem Höchststand, im Sommer 2003, also nur wenige Monate später, auf einem historischen Tiefststand.

Was kann der Einzelne denn tun?

Mehr denn je wird gedankenlos Auto gefahren, Müll produziert, Einweggüter und Billigprodukte hergestellt und Lebensmittel um den gesamten Planeten gekarrt. Es wird geflogen, was das Zeug hält. Dabei wäre es wichtig, den Weg vom ökologischen Denken hin zum entschlossenen, ökologischen Handeln zu beschreiten.“

Wie fällt Ihr Resümee aus?

Wir können noch die Bandbreite und Tragweite des Klimawandels begrenzen, verhindern lässt er sich jedoch nicht mehr.

 

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