Film ab an der Uniform - Die Polizei ist jetzt mit Mini-Kamera unterwegs

6. Juni 2019
Jede Polizeistreife hat jetzt ihre Mini-Kamera dabei. Foto: PR

Seit vergangener Woche ist die Polizei im Kreis Biberach mit Body-Cams ausgerüstet: Miniatur-Kameras, mit denen die Einsätze gefilmt werden können. Aber nur nach strengen Regeln.

Region – Der Begriff „Body Cam“ sagt bereits, wo der neue Begleiter der Biberacher Polizei her kommt: Aus Amerika, wo der Streifendienst zumindest in großen Städten ein härteres Geschäft ist als hierzulande. Nun ist Biberach nicht Chicago, aber dass man sich von der am Körper getragenen Kamera Verbesserungen für den Polizeidienst verspricht, daran wurde bei der Präsentation der neuen Beweistechnik kein Zweifel gelassen. Die Kamera ermöglicht das Filmen von Polizeieinsätzen. 

Das ist sinnvoll, wenn Leute aggressiv werden und festgestellt werden muss, wer sich wie verhalten  hat – und es kann auch überprüft werden, ob sich die Jede Beamten bei dem Einsatz korrekt verhalten haben. Die Body Cams werden Zug um Zug im ganzen Land eingeführt, seit Samstag sind die Streifenbesatzungen der Polizeidirektion Ulm damit ausgestattet.

Allerdings filmen die Beamten nicht einfach drauf los. Für den Einsatz der Body Cams gibt es strenge Regeln. Normalerweise ist die Kamera aus. Sie wird nur eingeschaltet, wenn eine konkrete Gefahrensituation herrscht. Konkret: Wenn bei einer Polizeikontrolle oder einem Einsatz ein Beteiligter aggressiv wird oder sich eine Gefahr anbahnt. Dazu zählen vor allem Bedrohung, tätliche Angriffe und Sachbeschädigung. Und der Täter muss vorher gewarnt und darüber informiert werden, dass er jetzt gefilmt wird. 

Man erhofft sich eine abschreckende Wirkung, sagte Josef Veser von der Polizeidirektion Ulm bei der dortigen Vorstellung der Body Cams: Wer gefilmt wird, überlegt sich genauer, was er tut. Das Material kann dann zur Beweissicherung für die Aufklärung von Straftaten verwendet werden, wenn die Staatsanwaltschaft es anfordert. Auch bei Zusammenrottungen und Straftaten aus der Gruppe heraus hilft die Body Cam, Täter zu überführen. Das kann bei brenzligen Situationen bei Großveranstaltungen den Ordnungshütern helfen, die Kontrolle zu behalten. Denn Veranstaltungen und öffentliche Bereiche sind für die Body Cam ein erlaubtes Einsatzgebiet – im Gegensatz zu Kundgebungen und Demonstrationen. Auch private Bereiche sind tabu – handgreifliche Familienstreit, zu denen die Beamten oft gerufen werden, laufen in der Regel ohne Kamera ab. 

Jede Streifenwagenbesatzung hat künftig eine Body Cam dabei, für ihre Benutzung wurden die Beamten in den vergangenen Wochen geschult. Die Aufzeichnungen und Daten  werden im Revier gespeichert und nach einem vorgegebenen Regelwerk gelöscht oder gespeichert und an die Staatsanwaltschaft weitergegeben. 

Damit ist auch eine Art Waffengleicheit zu Tätern und Zeugen hergestellt, sagt Veser: „Das ist Alltag, dass bei unseren Einsätzen sofort die Handys gezückt und wir gefilmt werden“.

Uli Landthaler

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