Ein Sturmtief nach dem anderen, schließlich Sonnenschein

11. April 2019
Der März zeigte sich zunächst recht stürmisch. Es mussten deshalb zahlreiche Funkenfeuer abgesagt oder verschoben werden Foto: Adobe Stock

Im März und April vollzieht sich der Übergang vom Winter- ins Sommerhalbjahr. Dementsprechend gegensätzlich kann das Wetter in diesen Monaten sein. Von spätwinterlich mit Schnee und frostigen Temperaturen bis hin zu strahlendem Sonnenschein und warmer Witterung ist alles möglich. So auch in diesem Jahr.

Bad Schussenried – Wie auf einer Rennstrecke raste im März ein Tiefdruckgebiet nach dem anderen über unsere Region hinweg und sorgten für ein turbulentes Wettergeschehen mit einem stetigen Auf und Ab der Temperaturen. Besonders garstig war es beim Durchzug von Sturm- und Schneetief „Eberhard“. Dabei erreichte der Wind am Sonntag, 10. März volle Sturmstärke. In Biberach wurde sogar eine orkanartige Böe von 111 km/h verzeichnet. Auf der Rückseite des Sturmtiefs gelangte am Tag darauf Polarluft bis zu den Alpen. An der Kaltfront bildeten sich heftige Schnee- und Graupelschauer und vielerorts kurze Gewitter. Die Folgen waren teils erhebliche Verkehrsbehinderungen, Sachschäden und mancherorts Stromausfälle. Wegen des Sturms mussten auch zahlreiche Funkenfeuer abgesagt beziehungsweise verschoben werden.

Hannelore bringt Frühlingslaune

Nach dem Abzug der Sturmtieffamilie „Bennett“, „Cornelius“, „Eberhard“, „Franz“, „Gebhard“, „Heinz“ und „Igor“ übernahm Sonnenhoch „Hannelore“ das Wetterregiment und verbreitete blendende Frühlingslaune.

Niederschlagssoll erreicht

Trotz der von Tiefdruckgebieten geprägten Witterung hielten sich die Niederschlagsmengen in Grenzen. In den meisten Regionen wurde mit 45 bis 70 Liter pro Quadratmeter das Niederschlagssoll gerade so erreicht. Die Natur hätte jedenfalls wesentlich mehr Nass nötig gehabt. Zwar kam es an der Donau zur Monatsmitte zum beinahe alljährlichen Hochwasser, doch dies wurde vor allem aufgrund der Schneeschmelze im Schwarzwald und nicht durch die Regenfälle hervorgerufen. Nur in den Staulagen des Allgäus und des südöstlichen Oberschwabens fielen überdurchschnittliche Regenmengen. So meldeten Timo Riedel aus Isny 121,4 Liter pro Quadratmeter, Hubert Blank aus Wolfegg-Veesers 135,0 Liter pro Quadratmeter und Günter Bischoff von der knapp 1 000 Meter hohen Steinberg-Alpe in der Adelegg 156,1 Liter pro Quadratmeter. Am wenigsten fiel in Mietingen-Walpertshofen. Hier notierte Wolfgang Schlegel lediglich 25,0 Liter pro Quadratmeter.

An allen Stationen im Messnetz der Wetterwarte Süd war es im vergangenen Monat zwei bis zweieinhalb Grad zu warm. An der Zentrale in Bad Schussenried wurden auch nur noch zehn Frosttage verbucht, weitaus weniger als in einem durchschnittlichen März (18,4 Frosttage).

Dank der stabilen Hochdruckwetterlage in der dritten Dekade gab es außerdem ein deutliches Sonnenscheinplus zu verzeichnen. Mit insgesamt 155,9 Stunden leistete die Sonne 23 Überstunden, wobei an sieben so genannten Heiteren Tagen (Mittelwert: 3,1 Tage) sogar kaum eine Wölkchen den Sonnenscheingenuss störte. Und feucht-trübe Nebeltage, im März durchaus ein Thema, wurden überhaupt nicht registriert.

Niederschlag und Temperaturen

Tiefste Temperatur am 20. März:- 2,2°C (- 11,6°C)
Höchste Temperatur am 23. März:+ 19,2°C (+ 14,9°C)
Durchschnittliche Monatstemperatur:+ 6,1°C (+ 3,2°C)
Monatssumme des Niederschlags:58,1 mm (40,5 mm)
Gesamtsonnenscheindauer:155,9 Stunden (81,1 Stunden)
Die Messwerte beziehen sich auf die Wetterzentrale in Bad Schussenried, die Zahlen in Klammern geben die Vorjahreswerte an.

Zusätzliches Zahlenmaterial zur Monatsstatistik und jede Menge Informationen rund ums Wetter erhalten Sie unter www.wetterwarte-sued.com 

Roland Roth

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