Echte Profis am Ball
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22. August 2019
Die TTF-Spieler wollen ihren Meistertitel verteidigen. Bild: Uli Landthaler

Auch im Kreis Biberach gibt es Sport der Spitzenklasse: Die Tischtennis-Bundesliga hat be-gonnen. Dabei sein kann man in der Halle – oder live im In-ternet.

Region –Die Tischtennisfreun-de (TTF) Liebherr Ochsenhau-sen haben zwar ihr Auftaktspiel gegen Saarbrücken verloren. Trotzdem wird der amtierende deutsche Meister und Pokal-sieger nach wie vor zu den drei besten Teams im Land gezählt.

Wer sich der Tischtennis-Bundesliga nähern will, hat mehrere Möglichkeiten. Er kann ein Heimspiel der TTF in Ehingen besuchen, das nächste ist am 15. September gegen Grenzau. Die Sporthalle des Johann-Vanotti-Gymnasiums ist das Ausweichquartier, weil die Dr. Hans-Liebherr-Halle in Och-senhausen renoviert wird. Aber sie ist alles andere als eine Not-lösung: In der modernen Sporthalle trägt auch das Zweitliga-Basketballteam aus Ehingen seine Heimspiele aus.

Die andere Möglichkeit: Der Bildschirm. Die Tischtennis-Bundesliga gibt es live im In-ternet. Die Liga bietet auf ihrer Homepage www.ttbl.de einen Live-Stream der Bundesliga-Begegnungen. Dabei koope-riert man mit dem Sender Sportddeutschland-TV, der im Internet zu empfangen ist. Der kostenlose Teil von www.sport-deutschland.tv ist werbefi nan-ziert. Die nächste Gelegenheit ist das Auswärtsspiel der TTF am Sonntag, 25. August, um 15 Uhr in Fulda. Dann kann man auch zwischen den Spielen hin- und her schalten – und zum Beispiel schauen, wie sich Li-ga-Neuling Neu-Ulm in seinem ersten Heimspiel gegen Mühl-hausen schlägt.

Die Tischtennis-Saison hat be-gonnen: Auch wenn der Auftakt gegen Vizemeister Saarbrücken mit 0:3 veloren ging, ist bei den Tischtennisfreunden (TTF) Liebherr Ochsenhausen alles gerichtet zur Titelverteidigung.

Nur vier mal haben die TTF Liebherr Ochsenhau-sen in der vergangenen Saison verloren. Es gab 23 Siege, am Ende war man Pokalsieger und Deutscher Meister – mehr geht nicht. Es wird nicht ausdrücklich verlangt, die Super-Saison zu wiederholen, aber an der Platte ist alles gerichtet für das Unternehmen Titelverteidigung.

Ochsenhausen hat zwei Welt-klassespieler in den Reihen – der Brasilianer Hugo Calderano (im Juli Platz 7 der Weltranglis-te) und der Franzose Simon Gauzy (Platz 25). Zu ihnen und dem Österreicher Stefan Fegerl (Platz 74) sowie dem Polen Ja-kob Dyjas (Platz 62) kommt der 17-jährige russische Nach-wuchsspieler Vladimir Sidorenko. Die neue Saison hat einige Besonderheiten. Alles schaut auf Olympia: Die Spieler sind nicht nur für ihren Verein im Einsatz, sondern auch für sich und ihre Nation und sammeln auf internationalen Turnieren Weltranglistenpunkte, um sich für die olympischen Spiele 2020 in Tokio zu qualifizieren. Das heißt, sie kommen viel rum in den nächsten Monaten. Dyjas zum Beispiel ist neben der Bundesliga für acht Turniere gemeldet, in denen er sich auf Weltranglistenplatz 50 vorarbeiten und sein Olympia-Ticket lösen will. An vielen Bundesliga-Spieltagen dürfte sich daher erst kurz vorher entscheiden, wer tatsächlich an der Platte steht.

Die Turnierflut ist auch mit ein Grund, warum die TTF auf eine Teilnahme an der Champions League verzichtet: Man wolle sich nicht verzetteln, machte Präsident Kristijan Pejinovic deutlich.

Und die Tischtennis-Welt hat noch einen weiteren Grund, in die Region zu schauen: In Neu-Ulm hat der Unternehmer Florian Ebner den TTC Neu-Ulm gegründet und eine Wild Card für die Bundesliga erhalten. Damit kommt die Liga auf ihre Sollstärke von zwölf Mannschaften, viele Zweitligisten tun sich aus finanzieller Sicht schwer mit dem Aufrücken in die TTBL. Die Neu-Ulmer nicht – die Ebner Media Group und die dahinter stehende Verleger-familie sind im Zeitungs- und Zeitschriftengeschäft tätig, der 61-jährige Florian Ebner war beim SSV Ulm zu dessen Bundesliga-Zeiten Vereinsprä-sident. Der TTC Neu-Ulm hat für seine erste Saison in der Tischtennis-Bundesliga gute Spieler engagiert, von den aber unklar ist, wie oft sie wegen der genannten Turniere tatsächlich an der Platte stehen können.

Der Spielort des TTC Neu-Ulm ist die dortige Ratiopharm-Arena, in der die Ochsenhau-sener gerne vorbeikommen – hier holten sie am 5. Januar vor 4000 begeisterten Zuschauern den Pokal. Hier sind sie wieder am 22. September in der Po-kalrunde und am 3. November in der Bundesliga zu Gast. Das Liga-Rückspiel Ochsenhausen gegen Neu-Ulm ist dann am 23. Februar.

Die Heimspiele werden erstmal in der Sporthalle des Johann Vanotti-Gymnasiums in Ehin-gen (Winckelhoferstaße 53) stattfi nden. Das Ausweichquar-tier, obwohl eine halbe Auto-stunde von Biberach und eine dreiviertel Stunde von Ochsen-hausen entfernt, wird nicht als Notlösung empfunden, macht TTF-Sprecher Dr. Stephan Ro-scher deutlich: Ehingen ist Sportstadt, die moderne Halle Heimat des Basketball-Zweit-ligateams Ehingen/Urspring. Hier fehlt es an nichts – auch nicht an Zuschauern: Mit dem Ehinger Publikum kletterte der Durchschnitt auf knapp 500 Zuschauer pro Spiel. Die Reno-vierung der Ochsenhausener Liebherr-Halle hat so gesehen noch Zeit.

Mehr zum TTF unter www.ttf-liebherr-ochsenhausen.de

Uli Landthaler

 

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