Die Heimat ist schon da
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7. Februar 2019
Wo ein Schützenfest ist, braucht es keine Heimattage mehr, sagen die Kritiker Foto: TMS

Haben SPD und Grüne was gegen Heimat? Oder warum sind sie dagegen, dass in Biberach die Heimattage 2023 stattfinden sollen? Antwort: Das Fest sei teuer, antiquiert und verzichtbar.

Biberach –  Nach langem Hin und Her hat der Biberacher Gemeinderat beschlossen, sich nun doch um die Ausrichtung der baden-württembergischen Heimattage zwischen 2023 und 2026 zu bewerben. Die Verwaltung und die CDU wollten es so, SPD und Grüne nicht.

Warum? SPD-Fraktionssprecherin Gabriele Kübler: Man habe kein Problem mit dem Begriff Heimat. Das Argument, dass man gerade jetzt einen modernen Heimatbegriff fördern sollte, sieht sie aber skeptisch: „Ich weiß nicht, ob wir das damit erreichen können“. 

Es gehe um eine Veranstaltungsreihe, die viel Geld koste und viel Arbeit mache – und die wolle sie den Mitarbeitern einer eh überlasteten Verwaltung nicht abverlangen. Kübler: Von Schützenfest bis Musikfrühling sei so viel los in Biberach, da machen Heimattage „die Stadt nach außen nicht interessanter“.

Grünen Stadtrat Dr. Peter Schmid, selber Kulturschaffender, vermisst darüberhinaus auch ein Konzept, um den „antiquierten“ Stil der Heimattage zukunftsfähig zu machen. Trachtenumzug und Ehrungen – das bringe Biberach nicht weiter. Man solle das Geld, die Rede sei von einer Million Euro Kosten, lieber den vorhandenen Kulturschaffenden geben, die könnten mehr daraus machen.

In Sachen Heimatbewusstsein habe man keinen Nachholbedarf. Schmid: „Kaum eine Stadt widmet sich dem Thema Heimat so intensiv und tiefgründig wie Biberach“.

Uli Landthaler

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