DAK: Krankenstand im Landkreis gestiegen

29. August 2019
Schadstoff-Test im Chemischen Untersuchungsamt in Sigmaringen: Das Rauchen von Zigaretten ist laut DAK-Report in Baden-Württemberg die verbreitetste Sucht, die auch die Arbeitswelt betrifft. Foto: Uli Landthaler

Der Krankenstand im Landkreis Biberach ist 2018 angestiegen, teilt die DAK mit. Mit Schuld daran habe auch Suchtverhalten wie Alkohol- und Zigarettenkonsum.

KREIS BIBERACH – Der Krankenstand im Landkreis Biberach ist 2018 angestiegen. Die Ausfalltage aufgrund von Erkrankungen nahmen um 0,1 Prozentpunkte zu. Mit 3,9 Prozent gab es in der Region einen höheren Krankenstand als im Landesdurchschnitt (3,7 Prozent). Laut DAK-Gesundheitsreport waren damit an jedem Tag des Jahres von 1000 Arbeitnehmern 39 krankgeschrieben.

Die aktuelle Analyse der DAKGesundheit für den Landkreis Biberach zeigt die wichtigsten Veränderungen bei der Zahl und Dauer der Krankschreibungen: Die Fehltage bei den Verletzungen und Vergiftungen stiegen um 33 Prozent und damit am stärksten von allen Diagnosen. Ihr Anteil am gesamten Krankenstand beträgt mittlerweile über 20 Prozent. Muskel-Skelett-Erkrankungen wie Rückenleiden landen auf dem zweiten Rang, gingen im Vergleich zum Vorjahr jedoch leicht um zwei Prozent zurück. Dagegen stiegen die Atemwegserkrankungen wie Bronchitis, Erkältungen und Mandelentzündungen um zehn Prozent an. Sie liegen nun über dem Landesdurchschnitt und landen auf dem dritten Platz der häufi gsten Ausfallgründe in der Region.

„Mit unseren Analysen zum Krankenstand im Landkreis Biberach setzen wir gezielt beim Betrieblichen Gesundheitsmanagement an und bieten Arbeitgebern konkrete Hilfe“, sagt Sandra Röhl Leiterin der DAK-Gesundheit in Biberach.

Die DAK-Gesundheit untersucht in ihrem aktuellen Gesundheitsreport mit dem Schwerpunkt „Sucht 4.0 – Trinken, Dampfen, Gamen in der Arbeitswelt“, wie viele Erwerbstätige im Südwesten mit gravierenden Problemen durch Alkohol, Zigaretten und Computerspiele zu kämpfen haben. Die Kasse wirft dabei einen Blick auf Ursachen und Risikofaktoren.

Eine repräsentative Befragung von 5000 Beschäftigten sowie eine Expertenbefragung geben Aufschluss über die Verbreitung und den Umgang mit den verschiedenen Suchtmitteln und Verhaltensweisen. Das Fazit: Hunderttausende Beschäftigte in Baden-Württemberg haben ein Suchtproblem. Laut Studie der DAK-Gesundheit haben 7,5 Prozent der Arbeitnehmer einen riskanten Alkoholkonsum. Bei Männern beginnt das beispielsweise bei täglich mehr als zwei 0,3 Liter-Gläsern Bier, bei Frauen schon bei einem 0,3 Liter-Glas Bier pro Tag.

„Keine Droge verursacht so umfangreiche soziale und gesundheitliche Schäden in der Gesellschaft wie Alkohol. Das riskante Trinken bleibt daher ein zentrales Problem im Südwesten, das auch gravierende Folgen in der Arbeitswelt hat“, sagt Sandra Röhl, Leiterin der DAK-Gesundheit in der Region.

Die DAK-Gesundheit bietet daher ein Online-Selbsthilfeprogramm bei Alkoholproblemen. Eine Anmeldung ist auf www.dak.de/vorvida möglich.

Das Rauchen von Zigaretten ist laut DAK-Report in BadenWürttemberg die verbreitetste Sucht, die auch die Arbeitswelt betrifft. 14,3 Prozent oder jeder siebte Erwerbstätige ist zigarettenabhängig. Derzeit dampfen knapp vier Prozent der Erwerbstätigen in BadenWürttemberg. Raucher von EZigaretten greifen oft parallel zur herkömmlichen Zigarette, belegt der DAK-Report.

Erstmals untersucht der Report auch das Thema Computerspiele. Vor allem junge Beschäftigte zwischen 18 und 29 Jahren sind laut DAK-Report riskante Computerspieler. Jeder elfte Mitarbeiter mit riskantem Spielverhalten gab bei der Analyse an, in den letzten drei Monaten wegen des Spielens abgelenkt oder unkonzentriert bei der Arbeit gewesen zu sein.

pm

Zurück

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Datenschutzbestimmungen. Ich akzeptiere Cookies von dieser Seite. Cookies akzeptieren