Bewegung und Abwechslung

Bewegung und Abwechslung
Michael Kühnlein und Stefania Bergamelli haben sich schon als Kind mehr oder weniger intensiv mit ihrem Traumberuf beschäftigt. Foto: Laura Hummler
23. Mai 2019

Michael Kühnlein und Stefania Bergamelli sind Anfang 20 und haben ihre Ausbildung zum Polizeimeister angetreten. Im Gespräch erzählen sie, was sie bewegt.

Wie seid ihr darauf gekommen, euch für eine Ausbildung bei der Polizei zu bewerben? 

Stefania Bergamelli: Bei mir war das ein Kindheitstraum. Ich habe schon zu Schulzeiten ein Bogy-Praktikum bei der Polizei gemacht, und damals hat es mir schon gefallen. Vor allem, als ich gehört habe, in wie viele verschiedene Richtungen man innerhalb der Polizei gehen kann. Und da ich wusste, dass ich diese Abwechslung brauche, war die Entscheidung klar.
Michael Kühnlein: Klar, ich habe als kleiner Junge Polizisten bewundert. Aber so richtig mit meiner Berufswahl habe ich mich dann erst mit 14, 15 Jahren auseinandergesetzt. Da habe ich dann auch erst mal ein bisschen herum probiert, und erst im sozialen Bereich bin ich richtig aufgegangen. Polizei ist ja auch ein sehr sozialer Beruf.

Wie war der Einstellungstest? 

Stefania: Zuerst wird das Sprachverständnis geprüft, anschließend folgt ein Diktat und dann kommt ein Intelligenztest. Der ist nicht ohne, weil er viele verschiedene Bereiche von Intelligenz abprüft. Außerdem kommt noch eine Sportprüfung hinzu, zum Schluss das Bewerbungsgespräch.
Michael: Und wenn man die Zusage hat, checkt einen der Polizeiarzt komplett durch.

Wie sieht euer Ausbildungsalltag aus?

Stefania: Wir verbringen fünf Tage die Woche in den Kasernen, wo auch der Unterricht statt findet. Ich habe hier richtige Freundinnen gefunden, weil wir natürlich viel Zeit miteinander verbringen. Wir frühstücken zusammen, machen gemeinsam Mittag und Abend und sind auch außerhalb der Unterrichtszeiten zusammen.
Michael: Der Unterricht besteht aus viel Sport, was mir ziemlich viel Spaß macht. Generell ist die Ausbildung sehr vielfältig, wir üben Selbstverteidigungstechniken, gehen schießen, sind beim Laufen, gehen Praxisbeispiele durch. Kein Tag gleicht dem anderen. 

Was sagen eure Freunde zu eurer Berufswahl? Seid ihr auch privat „die Polizisten“?
Michael: Manchmal nehme ich es schon so wahr, dass andere mich nur noch als den Polizisten sehen. Da hört man Sprüche wie „Achtung, da musst du aufpassen, der ist Polizist“. Im Normalfall nehme ich mir die Sprüche aber nicht so zu Herzen.Stefania: Viele, uns eingenommen, schätzen aber auch, dass wir die Menschen sind, die wissen, wie man sich zu verhalten hat. Wir wissen nach unserer Ausbildung, was richtig und was falsch ist. 

Wie ist es mit dem Gehalt?

Stefania: Im Monat sind das 1200 Euro brutto, zwar kommen Abzüge für Essen und Unterkunft dazu, aber da bleibt am Ende immer noch ein Tausender übrig.
Michael: Besonders für einen sozialen Beruf ist das gut. Aber wir tun eben auch viel dafür.

Habt ihr Tipps für zukünftige Polizeimeisteranwärter?

Michael: Man sollte auf jeden Fall sportlich sein und sich gut auf den Eignungstest vorbereiten. Vereinssport zu betreiben reicht in der Regel nicht aus. 
Stefania: Man sollte vor allem nicht zur Polizei gehen, weil man cool sein will oder so etwas. Ein Spaßverein ist es ja nun auch nicht.

Laura Hummler

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