Bewegendes Filmfest

Bewegendes Filmfest
Der Gold-Biber von Intendantin Reichert fürs Team von „Im Niemandsland“ Foto: UIi Landthaler
6. November 2019

Bewegende Momente bei den Biberacher Filmfestspielen: Zum Auftakt wurde Festivalgründer Adrian Kutter von OB Zeidler zum Biberacher Ehrenbürger ernannt. Und zum Abschluss gab es Freudentränen bei den Biber-Gewinnern.

Biberach – Es war nur eine  Formsache, dass Adrian Kutter die Ehrenbürgerschaft, die  ihm bei der Eröffnung vom Rednerpult aus durch den OB  angetragen wurde, auch annimmt. Das war auch sein einziger Auftritt, ansonsten war Kutter Gast und ließ der neuen Intendantin, seiner Frau Helga Reichert, das Feld – und sie  machte ihrem Job ausgezeichnet. 

Die Preisverleihung am Sonntag war der Höhepunkt von fünf Tagen Kino total im Biberacher „Traumpalast“, bei dem 15 000 Zuschauer 65 aktuelle deutsche Filme zu sehen bekamen. Der Siegerfilm kommt am heutigen Donnerstag ins Kino: Im Niemandsland von Regisseur Florian Aigner bekam den Goldenen Biber, den mit 8000 Euro höchstdotierten Preis des Festivals. Die „vielschichtige Neuauflage von Romeo und Julia, angesiedelt am Rande von Berlin, wird kurzweilig erzählt, mit unerwarteten Wendungen und Zeitkolorit“, urteilt die Jury. „Stark besetzt und emotional inszeniert sorgt Florian Aigner für einen Kinoabend, der durch seine aktuelle Relevanz zu Diskussionen einlädt“. 

Filmemacherin Beryl Magoko bekam den Doku-Biber für In Search, in dem sie das brutale Ritual der Beschneidung junger Frauen in Afrika anprangert. Gerührt dankte sie dem Festival für diese Anerkennung – der  Film kommt im März ins Kino.Regisseur Savas Ceviz bekam den Debut-Biber für Kopfplatzen, wo er das heikle Thema Pädophilie, also die sexuelle Orientierung an Kindern, aus der Sicht eines Betroffenen schildert, der unter seiner Neigung leidet und gegen sie ankämpft. Der Film wurde vom SWR mitproduziert und soll im Februar ins Kino kommen.  Und der Fernseh-Biber geht an Dirk Kummer für die BR-Satire Herren. Ein Dunkelhäutiger fühlt sich ständig wegen seiner Hautfarbe verfolgt, obwohl er längst keinen Grund mehr dazu hat.

Unterhaltung mit Anspruch, wie sie im Fernsehen gerne gesehen ist.    Nicht zu vergessen der Publikumsbiber: Mein Ende – dein Anfang verwebt zwei Geschichten kunstvoll miteinander: Das plötzlich Ende einer Liebesgeschichte durch einen Raubüberfall und die Suche nach einer lebenserhaltenden Knochenmarkspende. Der Film von  Mariko Minoguchi hat eine nicht vorhersehbare Handlung mit zahlreichen Überraschungsmomenten“, lobt die Jury. Ab 28. November im Kino.              

Uli Landthaler

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