April, April: Spätwinter und Frühsommer im Wechsel

16. Mai 2019
Der April macht, was er will und zeigte in diesem Jahr mal wieder sein wahres Gesicht Foto: Unsplash

„Der April macht, was er will“. So abgedroschen diese Volksweisheit auch sein mag, sie stimmt. Brachte der April in den letzten Jahren häufig vorgezogenes Maiwetter, zeigte er dieses Jahr mal wieder sein wahres Gesicht. Von Frost und Reif, über Schnee- und Graupelschauer mit Hagel, bis hin zu strahlendem Sonnenschein und frühsommerlichen Temperaturen war alles geboten.

Bad Schussenried – Nach einem verheißungsvollen Auftakt stellte sich ungemütliches, nass-kaltes Wetter ein. Während das Skandinavienhoch „Katharina“ in weiten Teilen Deutschlands für trockenes Wetter sorgte, fiel bei uns öfters Regen, auf den Berghöhen von Alb, Allgäu und Höchsten sogar Schneeregen oder Schnee. Bei Nachttemperaturen um den Gefrierpunkt bestand auch in den Niederungen Glättegefahr. 

Wärme und Windböen

In der Karwoche ging es mit den Temperaturen dann aber steil bergauf.  „Katharina“, die uns lange Zeit die kalte Schulter gezeigt hatte, verlagerte sich nach Südosteuropa und schaufelte nun warme Mittelmeerluft über die Alpen nach Süddeutschland. Sie bescherte uns Osterfeiertage, wie man sie nicht alle Jahre erlebt. Tagelang herrschten Temperaturen wie normalerweise erst Ende Mai oder Anfang Juni. Bei strahlendem Sonnenschein wurde in Friedrichshafen, Kressbronn, Weingarten, Ravensburg, Tuttlingen, Ehingen, Reinstetten und Ochsenhausen die 25-Grad-Sommermarke überschritten. 

Einzig der vor allem in freien Lagen böige Wind störte ein wenig das Sommerfeeling. Für die Natur gab es nun kein Halten mehr. Bald grünte und blühte es an allen Ecken und einige Abgehärtete wagten sogar bereits einen ersten Sprung ins noch 14 bis 17 Grad kalte Wasser der Naturseen. Doch der launische April ist für jede Überraschung gut. Nach acht ungewöhnlich warmen Tagen kam über Nacht die Kälte zurück. 

Seit April 2018 verzeichneten die 180 Messstationen der Wetterwarte Süd ein Niederschlagsdefizit zwischen 250 und 400 Liter/m². Auch der vergangene Monat fiel überall zu trocken aus. Zwar wurde es immer wieder mal nass, doch die Regenmengen hielten sich in Grenzen.

Am meisten kam noch im zentralen Oberschwaben, am Unterlauf der Iller und an der Oberen Donau runter, hier wurde vereinzelt beinahe das Niederschlagssoll erreicht. Erheblich zu wenig Regen meldeten die Wetterbeobachter aus dem Allgäu, dem südöstlichen Oberschwaben und aus dem Donautal zwischen Ehingen und Günzburg sowie von der Ostalb. Zum Teil registrierten sie gerade einmal ein Viertel der sonst üblichen Aprilmenge. Die Natur braucht also weiterhin jeden Liter Nass.

Unterm Strich zu warm

Trotz der beiden ausgeprägten Kälterückfälle war dieser April unterm Strich letztendlich zwischen ein und eineinhalb Grad zu warm, was auf die frühsommerliche Witterung um Ostern herum zurückzuführen ist. Die Sonnenscheindauer lag an den meisten Wetterstationen dagegen ziemlich genau im statistischen Mittel der letzten 30 Jahre. 

Niederschlag und Temperaturen

Tiefste Temperatur am 6. April:- 0,8°C (- 1,8°C)
Höchste Temperatur am 23. April:+ 24,0°C (+ 27,7°C)
Durchschnittliche Monatstemperatur:+ 9,4°C (+ 13,2°C)
Monatssumme des Niederschlags:60,5 mm (21,3 mm)
Gesamtsonnenscheindauer:159,9 Stunden (242,3 Stunden)
Die Messwerte beziehen sich auf die Wetterzentrale in Bad Schussenried, die Zahlen in Klammern geben die Vorjahreswerte an.

Weitere Informationen zum Wetter und den aktuellen Temperaturen finden Sie unter www.wetterwarte-sued.com 

Roland Roth

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