An der Müllfront
Empfehlung

21. Juni 2018
Die Idylle trügt ein wenig: In der Nachmittagssonne liegt der Biberacher Stadtgarten friedlich da. Die Grüppchen mit den Getränkedosen haben sich nach nebenan unters schattige Dach des Stadthallen-Eingangs begeben. Foto: ula

Mit der Gründlichkeit einer schwäbischen Hausfrau führt das Biberacher Baubetriebsamt Buch über Vandalismus und Verschmutzungen im Stadtgebiet. „Sieger“ im Schmutz-Ranking ist ausgerechnet der idyllische Stadtgarten am Gigelberg.

Biberach – Biberach wird nicht schmutziger – aber auch nicht sauberer. Die Verunreinigung von Wegen und öffentlichen Plätzen, Vandalismus und wilde Müllablagerungen sind 2017 auf dem Niveau von 2016 geblieben, heißt es im Stadtreinigungsbericht des Baubetriebsamtes. Detailliert werden die Biberacher Schmutz-Schwerpunkte aufgelistet:  • Der Stadtgarten und der Gigelberg sind die neuen Schwerpunkte in Sachen Vandalismus, Lärmen und Trinken und dem Wegwerfen von Kleinabfällen von Zigarettenkippen bis Getränkedosen, dem „Littering“ („Litter“ bedeutet im Englisch herumliegender Abfall). • In Teilen der Innenstadt ist es eine Art Sport geworden, seinen Hausmüll in den gelben Sack zu packen und zum Abfuhrtemin an den Straßenrand zu legen. „Die Situation ist sehr unbefriedigend“, heißt es im Bericht.

• Der Wielandpark ist an Sommerabenden als Treffpunkt bei jungen Leuten beliebt, nicht nur zur Freude der Stadt. Es gab Platzverweise und „sehr viele Belehrungen zur Sauberkeit“.

• Der Wielandpark ist an Sommerabenden als Treffpunkt bei jungen Leuten beliebt, nicht nur zur Freude der Stadt. Es gab Platzverweise und „sehr viele Belehrungen zur Sauberkeit“.

• Der Bahnhof hat vor allem mit weggeworfenem Kleinmüll in Gestalt von Zigarettenkippen und Lebensmittelverpackungen zu kämpfen.

• Die Standorte der Altglas-Container sind oft auch Ziel wilder Müllablagerungen – vor allem an der Pflugschul-Turnhalle und im Stadtteil Weißes Bild, aber auch in der Wolfentalstraße. Eine Lösungsvorschlag: Die Container in der Erde versenken. Das klappt andernorts wie etwa in Ulm sehr gut.

• Im Stadion ist oft der Bereich der Tribüne vermüllt: Auch  wenn keine Veranstaltung ist, werden hier Partys gefeiert.

• Auf den Spielplätzen gibt es zwar weniger Vandalismus, aber auf einigen landet auch viel Müll.  • Beim Schützenfest hat sich der Müllberg vergangenes Jahr gegenüber 2016 leicht reduziert. Auch das Glaspfand hat daran seinen Verdienst.

Überhaupt gibt es auch positive Nachrichten von der Müllfront: Der kommunale Ordnungsdienst hat dafür gesorgt, dass die Sachbeschädigungen auf Spielplätzen durch ungebetene Gäste stark abgenommen haben. Viele Kinder und Jugendliche beteiligen sich an der herbstlichen Stadtputzede in Biberach, die eine nicht zu unterschätzende erzieherische Wirkung habe.

Der Skater-Platz am Erlenweg „wird sehr gut angenommen und von den Skatern sehr pfleglich behandelt“. Die Akzeptanz der Hundetoiletten ist sehr gut, und die Grünanlagen insgesamt „zeigten 2017 erfreulicherweise wieder ein mittleres bis niedriges Niveau an Verschmutzungen und Beschädigungen“.

In Zukunft gibt es auch Schulungen für Mitarbeiter der Stadtreinigung, um mit Beschimpfungen und Attacken von Müll- und Ordnungssündern zurechtzukommen. Davon gebe es immer mehr.

Uli Landthaler

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