Wenn der Schwarze Vere kommt

22. Juni 2017
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Mit diesem Logo wirbt das Ostracher Theaterspektakel grafik: michael gittinger

Das ist jetzt keine Räuberpistole: Ostrach will Räuberhauptstadt der Region werden – weil die Gemeinde eine besondere Beziehung zu Oberschwabens Kult-Räuber Nummer eins hat. Das geplante Freilufttheater 2018 „Wenn der Schwarze Vere kommt ...“ ist da nur ein Baustein, das Highlight immerhin. Auch, weil der geniale Ewald Reichle das Stück geschrieben hat.

ostrach – Ganz schön verrückt: Im Leben war nichts Besonderes am Räuber Xaver Hohenleiter, den alle nur Schwarzer Vere nannten. Erst durch seinen Tod am 20. Juli 1819 erlangte er Legenden-Status, der bis heute anhält; der Blitz erschlug den gefangenen Räuber im „Sünderturm“ zu Biberach. Ihre wenigen Schandtaten, hauptsächlich Mundraub, hatte die Schwarz-Vere-Bande zuvor hauptsächlich in der Ostracher Gegend begangen. Weil dort seinerzeit Hohenzollern, Württemberg und Baden aneinandergrenzten, war die Gegend ein Paradies für jeden Räuber auf der Flucht, zumal auch das nahe Pfrunger Ried zahlreiche Versteckmöglichkeiten bot.

Die Ravensburger haben ihre Narrenzunft nach dem Schwarzen Vere benannt, auch im Narrenverein Königseggwald juckt der imposante Räuber, der aber noch nicht mal der offizielle Hauptmann seiner Bande war, mit. Den engsten Bezug zum Schwarzen Vere und seiner Bande hat aber zweifellos die Gemeinde Ostrach. Beim anhaltenden Kult-Status des Räubers müsste man das doch viel stärker touristisch nutzen, zumal 2019 der 200. Todestag des Schwarzen Vere ansteht, dachte sich Ostrachs Bürgermeister Christoph Schulz bereits vor zwei Jahren. Dass es nun ein Theaterstück wird, hängt damit zusammen, dass Schulz schon lange ein Fan des Ex-Ostrachers Ewald Reichle ist. Der jetzige Menger ist ein begnadeter Autor historischer Theaterstücke und gleichzeitig Theaterregisseur.

Reichle sagte zu und nahm sich den Bad Saulgauer Liedermacher Michael Skuppin als Co-Autor mit ins Boot sowie Martin Klawitter aus Mengen für das Organisatorische. Aus dem Inhalt des Stücks macht Reichle noch ein großes Geheimnis. Bisher ist nur klar, dass es sich nicht um die Lebensgeschichte des Schwarzen Vere und seiner Bande handelt. Die Räuber dienen eher als Kulisse für eine humorvolle Liebesgeschichte. Auch die über 100 Rollen sind bereits weitgehend vergeben.

An wen, wird ebenfalls noch geheim behandelt. Es sollen aber hauptsächlich Akteure aus Ostrach und den Teilgemeinden sowie aus Mengen und Bad Saulgau sein. Ebenfalls schon öffentlich: Vereine wie die Burgweiler Bauernhochzeit und die Ostracher Dragoner sind dabei, die ganzen Kostüme werden teilweise selber genäht.

Spielt Christoph Schulz auch mit? Der Schultes will sich nicht festlegen. „Das muss man mal sehen. Wenn, dann höchstens eine kleine Nebenrolle. Wir werden während der Aufführungen viele Gäste haben, die man betreuen muss. Das wird auf jeden Fall Priorität haben.“

Fünf Aufführungen sind vorgesehen. Fest stehen die Termine am 8., 9. 10. und 13. Juni 2018. Weitere Termine richten sich nach der Fußball-WM 2018 und werden erst nach der WM-Auslosung Anfang Dezember terminiert. Für das zweite große Ostracher Freiluft-Theaterspektakel nach 1999 (Abt Robert und seine Malefiz-Ostracher) wird wieder eine Bühne vor dem ehemaligen Amtshaus in der Rentamtstraße aufgebaut. Laut Schulz wird die temporäre Ostracher „Schauspielarena“ um einen besonderen kulinarischen Bereich ergänzt (unser Vorschlag: Räuberschnitzel). Auch wegen zusätzlicher Veranstaltungen auf der Tribüne werden gerade Gespräche geführt.

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