Volksbank für alle

Volksbank für alle
Wer schützt, darf selbst auch einmal geschützt werden: In diesem Sinn gab es von Landrätin Stefanie Bürkle einen symbolträchtigen Regenschirm zum 150-jährigen Bestehen der Volksbank Bad Saulgau. Foto: Christina Benz
6. Juni 2019

Ihre Vertreterversammlung im Stadtforum nutzte die Volksbank Bad Saulgau gleichzeitig als Feier ihres 150-jährigen Bestehens. Als bodenständig bezeichnete Max Erbgraf zu Königsegg-Aulendorf die Bank. Und ebenso unkompliziert wolle das Geldinstitut sein Jubiläumsjahr begehen. Ein geschichtlicher Rückblick leitete die Veranstaltung ein.

Bad Saulgau – Die Volksbank Bad Saulgau ist eigentlich eine gebürtige Mengenerin. Einst als Vorschussverein gegründet, bestehend aus Landwirten und Unternehmern, wurde in der kleinen Stadt nahe Bad Saulgau der Grundstein des regionalen Genossenschaftsgedanken der Bank gelegt. Im Jahre 1869 erwuchs aus ihm die erste Filiale, die Gewerbebank Mengen. „Mit ihr und den darin wirkenden Menschen kamen neue Ideen und Gedanken in die Region“, berichtete Vorstand Bernd Remensperger vor dem vollbesetzten Saal des Stadtforums.

Kurz darauf habe auch Bad Saulgau Aufbruchsstimmung erfasst. „Eine Genossenschaft wurde gegründet und damit die Philosophie unserer Bank“, so Remensperger weiter. Es sei dieser genossenschaftliche Grundgedanke der Solidarität, der den kleinen Unterschied gegenüber anderen Banken mache: „Was einer nicht schafft, das schaffen viele. Wir geben Hilfe zur Selbsthilfe und bleiben in unserem Veränderungsbestreben in Richtung Zukunft uns dennoch selbst treu“.

Ein Gedanke, der Landrätin Stefanie Bürkle zum Aufruf zu Eigenverantwortung veranlasste. „Einst haben Mutige zur Selbsthilfe gegriffen und die erste Gewerbebank gegründet. Vom Gedanken der Solidarität und Gemeinschaft bin auch ich als Landrätin zutiefst überzeugt. Und als Blick in die Zukunft: „Was für die Altvorderen die Industrialisierung war, ist für uns die Digitalisierung.“ Die Bankgeschäfte online erledigen, aber den Menschen als persönlichen Berater suchen, sei eine gute Kombination.

Alles fürs Gemeinwohl

Bad Saulgaus Bürgermeisterin Doris Schröter lobte die Bank, stets mit korrekten Weichenstellungen und strategischen Entscheidungen gepunktet zu haben und verglich diese Handlungsweise mit Bad Saulgau selbst: „Zwar war Sulugon vor 1200 Jahren noch nicht gerade die Perle Oberschwabens. Die Menschen haben aber bereits damals schon ihre Sache stets selbst in die Hand genommen.“ Sie gratulierte der Volksbank zum 150. Geburtstag mit den Worten: „Sie gehen verantwortungsvoll mit Risiken um, denken nicht nur an sich, sondern leben für das Gemeinwohl.“ Das Blechbläserquintett Sigmaringen untermalte die Grußworte musikalisch.

Etwas trockener, nicht aber weniger bodenständig, war die Veranstaltung dann beim obligatorischen Geschäftsbericht von Vorstandsmitglied Klaus Thaler. Er bezeichnete das Geschäftsergebnis als zufriedenstellend: Die Bilanzsumme stieg 2018 auf 1,129 Millionen Euro, der Zinsüberschuss sank auf 18 Millionen Euro. Das Betriebsergebnis steigerte sich auf 8,3 Millionen Euro. Dennoch verschlechterten Kapitalmarktschwankungen am Jahresende die Ertragslage.

Als positiv sei allerdings die Erholung der Börsen anzumerken. Gleich dem Vorjahr werde eine Dividende von 1,5 Prozent ausgeschüttet, wie die Vertreterversammlung beschlossen hat. Die durchschnittliche Rendite beträgt 4,18 Prozent. Auf eine neue Amtsperiode freuen sich die wiedergewählten Aufsichtsräte Angelika Müller, Martin Kleiner, Andreas Reisch und Rudolf Strobel.

Christina Benz

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