Spannender Adel

Spannender Adel
Heinrich Stopper blickte in Familienleben des Rittergeschlechts. Foto: Uli Herzog
18. April 2019

Wer geglaubt hatte, die Geschichte der Adelsfamilie von Stuben beschränkt sich auf Verena von Stuben, die berühmtesten Aufständlerin ihrer Zeit (ca. 1410-1472), den belehrt Heinrich Stopper eines Besseren.

Altshausen – In seinem lehrreichen Vortrag „Höhen und Tiefen eines standesbewussten Rittergeschlechts“ machte sich Heinrich Stopper an die Geschichte der Familie von Stuben. Stopper wuchs im vier Kilometer entfernten Altshausen auf und entdeckte die Spuren derer von Stuben rein zufällig auf der schwäbischen Alb, genauer gesagt in Hausen am Tann.

Er konnte Erstaunliches über das Adelsgeschlecht berichten. Dass der erste Nachweis  derer von Stuben bereits auf das Jahr 1259 zurückgeht, als ein „Herr von Stoben“ in einem Prozess in Biberach als Zeuge aussagte, bis hin zum offensichtlich letzten von Stuben, Joseph Anton, welcher im Jahr 1744 verstarb. Dazwischen jede Menge Bemerkenswertes. Über die Äbtissin Verena von Stuben soll ein besonderer Vortrag stattfinden. Sie widersetzte sich mit Vehemenz dem päpstlichen Gesandten Nicolaus Cusanus und wurde als Rebellin und Aufständlerin in die Verbannung geschickt.

Hofdamen und Mätressen

Aber auch später verfielen die Stubener nicht in Untätigkeit. An einer der größten Affären im Hause Württemberg, als Herzog Eberhard Ludwig von Württemberg sich erlaubte, seine Mätresse  zu heiraten, obwohl er bereits verheiratet war, spielte eine von Stuben eine nicht unwesentliche, wenn auch vermutlich unfreiwillige Rolle. Nicht nur das: Der Herzog machte seine Mätresse Wilhelmine von Grävenitz sogar zur Gräfin von Urach; dabei soll sie noch nicht einmal eine Schönheit gewesen sein und sogar „die Blattern“ im Gesicht gehabt haben. Dennoch: Eberhard Ludwig soll ihr total verfallen gewesen sein. Hofdame und Helferin und mitten drin dabei in der Affäre war Maria Franciska Antonia von Stuben. Es bedurfte eines Dekrets des Kaisers, welches die offene Bigamie schließlich beendete.

Eberhard Sigloch, die treibende Kraft im Bemühen um die Aufklärung der Geschichte derer von Stuben, konnte vor dem vollbesetzten Gemeindesaal stolz verkünden, dass die Erforschung weiter ginge und weitere Vorträge folgen würden. Das verspricht relativ viel Spannung und vielen Besuchern war anzumerken, dass sie den nächsten Termin kaum erwarten können.                               

Uli Herzog

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