Propolis als Antibiotikum

11. Juli 2019
Prof. Dr. David Drissner (rechts) und die Studentin Julia Balke nehmen sich an der Hochschule Albstadt-Sigmaringen der Propolis-Forschung an. Unterstützt werden sie vom Bezirksimkerverein Balingen-Geislingen-Rosenfeld und dessen Vorsitzendem Friedrich Scholte-Reh. Bild: HOCHSCHULE ALBSTADT-SIGMARINGEN

Die Hochschule Albstadt- Sigmaringen und der Bezirksimkerverein Balingen- Geislingen-Rosenfeld planen eine Kooperation. Zu medizinischen Forschungszwecken wollen sie gemeinsam Propolis als natürliches Antibiotikum untersuchen.

Aalbstadt – Propolis ist ein Harz, mit dem Bienen beschädigte Stellen in ihrem Stock abdichten. Es gilt als antibakteriell und antiviral. „In Zeiten zunehmender Antibiotikaresistenzen könnte Propolis einen großen Nutzen in der Medizin bringen“, sagt Prof. Dr. David Drissner, Mikrobiologe, selbst Hobbyimker im Verein und gemeinsam mit Vereinsvorsitzenden Friedrich Scholte-Reh, Initiator der Kooperation.

Regionale Vorteile

Der Imkerverein wird Ernte und Lieferung des Kittharzes übernehmen, die Hochschule die Forschung. „Um herauszufinden, welchen Einf luss die Umgebung auf die Propolis- Produktion nimmt, erhalten wir das Harz von zwei unterschiedlichen Standorten“, sagt David Drissner.

Er sehe in der Zusammenarbeit auch Vorteile für die Imker vor Ort: „Regionale Vorteile sehen wir in den Möglichkeiten, die sich aus regionalen Forschungsergebnisse ergeben.“ Einer der Bienenstände befindet sich im Sigmaringer Ortsteil Oberschmeien und ist von Rapsfeldern umgeben. Der andere steht in Balingen im Bereich von Streuobstwiesen. Betrieben werden beide Bienenstände von Imker Thomas Leukhardt und Julia Balke.

Neue Gebiete erschließen

Die 20-Jährige studiert im sechsten Semester Lebensmittel, Ernährung und Hygiene und wird während des Projektes Labortests durchführen. „Ich möchte nach meinem Studium im Bereich Mikrobiologie arbeiten“, sagt sie. „Ich hatte zwar noch nie etwas mit Bienen zu tun. Aber ich finde es spannend, mich in ein ganz neues Gebiet einzuarbeiten.“

Gegen Schimmel und Pilze

Im Labor wird das Propolis etwa auf seine antibakterielle Wirkung gegen verschiedene Bakterien und Schimmelpilze getestet. Auch antibiotikaresistente Bakterien seien dabei, sagt David Drissner. Auch der regionale Aspekt werde gewürdigt: „Etwa ob Einsätze von Pestiziden auf den Rapsfeldern in Oberschmeien Rückstände im Propolis verursachen und diese die Wirksamkeit beeinf lussen“, erläutert Drissner, der auf einen stetigen Ausbau der Kooperation mit dem Bezirksimkerverein hoffe.

Und auch für Julia Balke könnte es nach ihrer Projektarbeit weitergehen: „Wenn jetzt gute Ergebnisse herauskommen, möchte ich darauf meine Bachelorarbeit aufbauen, obwohl ich mit ‚Bienen nie etwas am Hut hatte.“ Der einzige Nachteil am Projekt sei, dass man öfter einmal gestochen werde.

cmb

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