Nicht nur nutzen, sondern tun

Nicht nur nutzen, sondern tun
Freuen sich wie Kinder auf ihre Kurse: Die zwei von der Jugendmedienakademie, Dietmar Unterricker (rechts) und Michael Weis (links), Organisator der Jugendmedienakademie. Foto: Christina Benz
9. Oktober 2019

Zum 12. Mal findet während der Herbstferien die Jugendmedienakademie in den „Ateliers des Alten Schlachthofs“ statt. Dort können junge Menschen ab acht Jahren in rund 20 Kursangeboten kreativ ihre Medienkompetenz schulen.  Dies sei wichtig, um sich in der Fülle des digitalen Angebots zurechtzufinden, meint Dietmar Unterricker, Leiter der Kinder- und Jugendagentur Ju-max beim Landratsamt.

Sigmaringen – In rund 20 Kursangeboten in Kleingruppen von maximal sechs Teilnehmern können die Kinder und Jugendlichen die Möglichkeiten erforschen, die digitale Technik bietet. „Programmierung, Videoschnitt und Videobearbeitung, Audiobearbeitung, WhatsApp und Youtube entwickeln sich rasend schnell weiter“, sagt Unterricker. Was in der heutigen Elterngeneration der Altersgruppe noch nicht einmal denkbar war, kann heute im Computerbereich sowohl möglich als auch für den Laien unverständlich sein.

Die Jugendlichen sollen sich daher ohne bremsenden Erziehungszeigefinger der Eltern mit der Materie auseinandersetzen können. Und dieser Zeigefinger komme häufig aus ängstlicher Unwissenheit, die bei entsprechender Aufklärung auch der Eltern erfahrungsgemäß abnehme. „In unseren Kursen wird der Schwerpunkt nicht explizit auf die Gefahren der virtuellen Welt, sondern auf den verantwortungsvollen Umgang gelegt“, sagt Michael Weis, Organisator der Jugendmedienakademie. 

Hinter den Kulissen

Dabei helfe der lehrreiche Blick hinter die Kulissen. „Es ist ein Unterschied, Minecraft zu spielen oder mittels der eigenständigen Entwicklung von 3-D-Spielen die Realität als Spielehersteller zu erfahren“, so Weis. Die Herbstferienkurse seien eine Gelegenheit, den Kontrapunkt zum „das darfst du nicht“ zu setzen, meint Unterricker. „Beispiel Youtube“, sagt er. „Die Comedyvideos verlaufen in immer stärkeren Bildern, damit die Zuschauer gucken und die Macher ihr Geld damit verdienen können“. Nicht klar sei oft, welche Arbeit dahinterstecke. „Übers Tun statt übers ausschließliche Usen erfährt man die Hintergründe und kann vieles auch entmystifizieren.“ Klar sei: Junge Menschen brauchen eine Begleitung durch die digitale Welt. „Es nützt nichts, den Kindern Handys in die Hand zu drücken und zunächst zu sagen ‚mach mal‘, im Anschluss aber ‚das darfst du nicht‘“.

Fortsetzung folgt

Die Kursinitiatoren sehen in ihren Workshops diesbezüglich Abhilfe. „Vor allem auch, weil die Kursleiter sich im Alterskreis der Teilnehmer bewegen, um die 14 Jahre alt sind“, so Weis. Es handelt sich um ehemalige Teilnehmer, die Spaß an der Weitergabe dessen haben, was sie sich einst in den Workshops erarbeiteten. Dazu gehört in diesem Jahr auch der Weg von der Idee zum fertigen Film und eine Fotowerkstatt. Vor und hinter der Kamera. Außerhalb der Herbstferien besteht für alle medieninteressierten Kinder und Jugendlichen, unter Anmeldung weiterhin an ihren Projekten zu arbeiten oder sich selbst auszuprobieren.

„Außerdem werden wir denmnächst auch am InnoCamp Räumlichkeiten nutzen“, so Weis. Dort wird dann am  Respberry Pi, einem Einplatinencomputer gearbeitet und Programmierworkshops sind geplant. Am 20. Oktober ist Anmeldeschluss für Interessenten. Die Kurse finden in Kleingruppen mit rund 6 Teilnehmern statt. Am 29. Oktober beginnen die Workshops. Weitere Infos unter  www.jugendmedienakademie-sig.de.

Christina Benz

Zurück

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Datenschutzbestimmungen. Ich akzeptiere Cookies von dieser Seite. Cookies akzeptieren