Hier stimmt die Chemie
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13. April 2018
Mirjam Zeiher ist leitet die bekannteste Behörde im Landkreis. Foto: Landthaler

Mirjam Zeiher ist die neue Leiterin des Chemischen Untersuchungsamts. Die Lebensmittelkontrolleure sind Sigmaringens Renommier-Behörde.

Sigmaringen – Nicht immer blickt die Welt auf Sigmaringen. Aber manchmal eben schon. Als der Skandal um Pferdefleisch in Tiefkühl-Lasagne aufflog, wollten alle wissen, was drin steckt in den Stichproben, die im Land eilig zusammengesucht und in der Fidelis-Graf-Straße unters Mikroskop genommen wurden.

Das Ereignis von 2013 war der meistbeachtetste Job für ihre Behörde, der Mirjam Zeiher bekannt ist – obwohl sie damals noch gar nicht hier war, sondern beim Untersuchungsamt in Koblenz. Die Lebensmittel-Chemikerin kam 2015 nach Sigmaringen ins Chemische und Veterinäruntersuchungsamt, wie die Landesbehörde vollständig heißt. Seit März leitet Mirjam Zeiher das Amt, das im Auftrag des Verbraucherschutzministeriums Lebensmittel untersucht.

„Wir überpüfen die Arbeit der Kontrolleure“, erklärt sie ihre Aufgabe. Jeder Hersteller von Lebensmitteln muss selber sicherstellen, dass seine Erzeugnisse chemisch einwandfrei und sind und entsprechende Kontrollen durchführen. Das Sigmaringer Amt untersucht mit Stichproben, ob das korrekt erledigt wird.

Auftraggeber sind in der Regel die Landratsämter. Deren beauftragte Mitarbeiter marschieren in den Supermarkt, weisen sich aus und greifen sich eine Charge aus dem Regal – und nehmen sie mit ohne zu bezahlen, ganz legal. „Das ist eingepreist in der Kalkulation der Händler“.

Und so wartet zum Beispiel ein ganzer Karton Haselnusspackungen einer Supermarktkette im Mykotoxyne-Labor auf die Untersuchung auf Schimmelpilzgifte. Geprüft werden ganze Chargen, denn die Pilze finden sich nicht gleichmäßig verteilt, sondern in Nestern.

Daneben stehen Saftflaschen und Nudelpackungen. „Es wird der komplette Warenkorb untersucht“, mit Schwerpunkt auf gefährdete Lebensmittel oder solche, bei denen gerne in der Zutatenliste geschummelt wird. Gefunden wird selten etwas anstößiges. Trotzdem werden alle Lebensmittel zum Schluss vermahlen.

Die gebürtige Reutlingerin hat in Karlsruhe Lebensmittelchemie studiert. Nach Stationen in Münster und Koblenz kam sie als Abteilungsleiterin für Mikrobiologie ins Sigmaringer Amt. Seit März ist die 46-Jährige dessen Leiterin. Die Arbeit geht nicht aus. „Neue Vorschriften, mehr Qualitätssicherung, mehr Arbeitsschutz: Die Aufgaben werden immer mehr. Uns fehlt Personal“.

Uli Landthaler

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