Hängende Verbindung

Hängende Verbindung
Politische Schwergewichte absolvierten den Belastungstest Foto: Christina Benz
21. März 2019

Mehrere hundert Gäste, darunter Ministerpräsident Winfried Kretschmann als Festredner, verfolgten am Freitagnachmittag die feierliche Eröffnung der Inzigkofer Hängebrücke – unter erschwerten Bedingungen.

Inzigkofen – Das 40 Meter lange Stahlobjekt verbindet jetzt den fürstlichen Park mit dem gegenüberliegenden Donauufer. Eher unfreiwilligen Tests musste die Brücke bei der Eröffnung standhalten: Zum Belastungstest ließ man zunächst die Ehrengäste die Brücke betreten. „Wenn sie jetzt kracht, werden einige Stellen beim Land frei“, so ein Zwischenruf.  

„Sie hält, ebenso wie das Symbol einer Brücke halten sollte: Verbindungen zwischen Menschen und Kontinenten zu schaffen“, so Kretschmann. Bürgermeister Bernd Gombold ergänzte: „In den USA bauen sie Mauern und schotten sich ab. Inzigkofen baut Brücken und schafft Verbindungen.“ Das Gesamtprojekt unter dem Bauherrentum eines Schweizer Unternehmens hat rund 665 000 Euro gekostet und wurde vom Land Baden-Württemberg sowie dem EU-Programm LEADER gefördert. Wetterbedingt wurde der Festakt im oberen Park abgehalten. Begleitet vom Spielmannszug der Ledigen und den Hohenzollern-Kürassieren zog die Festgesellschaft von der Kirche zum Rednerzelt. 

Die Brücke eröffne nicht nur neue Blickachsen auf die Landschaft und neue Pfade für den sanften Tourismus, sondern auch interessante Rundwanderwege. Kretschmann, privat ein ausgesprochener Naturkenner, gab dazu Tipps mit der Brücke als Ausgangspunkt: „Entlang der Donau kann man eine beeindruckende Unterwasserfauna bewundern, im Frühling blüht die Küchenschelle, am Gespaltenen Felsen ist eine Wiese mit Türkenbundlilien zu entdecken“, so der Landesvater. 

Die Meinradskapelle biete einen fantastischen Ausblick auf Schloss und Laizer Kirche und auf ein besonderes Kleinod: den seltenen Zinnoberroten Kelchbecherling. „Ein gigantischer Fleck, auf dem wir hier leben“, schloss der Ministerpräsident seine Wandervorschläge. 

Nicht aus Zucker

Ganz Naturbursche, schien es Kretschmann auch trotz regnerischen Wetters nicht zu stören, den Fußmarsch zur Brücke in Anzug und Lederschuhen statt in Outdoorausrüstung absolvieren zu müssen, um das Einweihungsband in Hohenzollernfarben zu durchtrennen. Karl Friedrich Fürst von Hohenzollern überreichte Kretschmann symbolisch einen Baum aus dem Stammbaumprojekt des Fürstenhauses. 

Ebenso wie für Spaziergänger der Weg zur Eremitage bisher nur über Umwege zu erreichen war, gelangte auch Inzigkofen erst nach jahrzehntelangen Hürden zu seiner Hängebrücke. „Endlich ist zusammengewachsen, was zusammengehört, zwei Teile des fürstlichen Parks“, so Kretschmann in seiner Ansprache. 

Ohne Störung des Landschaftsbildes passe sich die Brücke mit ihrer spinnennetzartigen Form in die Natur ein, sei daher nicht nur nützlich sondern auch sehenswert. Auch er werde als Laizer die Brücke jetzt regelmäßig für Spaziergänge nutzen und hoffe, dass es viele Gäste des Landkreises ihm gleichtun.

Christina Benz

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