Frühling im Februar mit reichlich Sonnenschein

7. März 2019
So richtig winterlich verhielt sich der Februar nicht. In der zweiten Hälfte zeigte er bereits Temperaturen, die sonst erst Ende April auftreten Foto: Adobe Stock

Im Vorjahr haben wir eine bitterkalte zweite Februarhälfte erlebt mit Nachtfrösten bis unter minus 20 Grad. Viele der größeren Seen waren zugefroren, so auch der Gnadensee oder der Federsee. Dieses Jahr konnten wir dagegen zur selben Zeit einen ersten Vorgeschmack auf den Frühling genießen und wurden dabei von der Sonne regelrecht verwöhnt.

Bad Schussenried – Hoher Luftdruck prägte die Witterung im vergangenen Monat. In den „guten, alten Wetterzeiten“ brachten solche Hochdrucklagen im Februar meist eisige Kälte und einen garstigen Ostwind. Dieses Jahr wehte uns nach einem noch recht kalten Monatsbeginn mit letzten Schneeflocken jedoch bereits ein laues Frühlingslüftchen um die Nase.

Temperaturen wie im April

Das Wetter war seiner Zeit weit voraus. In der zweiten Monatshälfte herrschten tagsüber des öfteren Temperaturen wie normalerweise Ende April. Lediglich die vielfach frostigen Nächte und der auch auf der Alb und im Allgäu allmählich dahinschmelzende Januarschnee erinnerten noch ein wenig an die Jahreszeit. 

In Tuttlingen bereits 20-Grad-Marke erreicht

Am 27. wurde in Tuttlingen erstmals in diesem Jahr die 20-Grad-Marke erreicht und in Horgenzell, Burgrieden, Ravensburg und Mietingen nur knapp verfehlt. Unterm Strich war dieser Februar zwar zweieinhalb Grad zu warm, aufgrund der häufig sternenklaren und damit kalten Nächte allerdings weit vom Rekordwert aus dem Jahre 1990 entfernt. 

Zweieinhalb Monate lang verging kaum ein Tag ohne Regen oder Schnee, doch nach dem Abzug von Sturmtief „Uwe“ übernahm die Hochdruckfamilie „Dorit, „Erika“ und „Frauke“ das Wetterregiment und bescherte uns mit 139 Stunden doppelt so viel Sonnenschein wie im statistischen Februarmittel zu erwarten wäre. Nur 2008 (166,7 Stunden) und 1998 (148,7 Stunden) war der zweite Monat des Jahres noch sonnenscheinreicher. 

Viel zu trocken

Die Dominanz der Hochdruckgebiete kommt auch in der Niederschlagsbilanz zum Ausdruck. Mit 9,9 Liter pro Quadratmeter (Oberdischingen) bis maximal 43 Liter pro Quaratmeter (Leutkirch und Waldburg) war es überall erheblich zu trocken. Vielerorts fiel nicht einmal die Hälfte und mancherorts gar nur ein Viertel der durchschnittlichen Niederschlagsmenge.

Mit dem Februar ging für die Meteorologen ganz offiziell der Winter zu Ende. Trotz der kräftigen Schneefälle im Januar mit teils enormen Schneemengen in den Staulagen der Berghöhen war er wieder einmal viel zu mild, etwas zu nass und dank des „goldenen“ Februars insgesamt überdurchschnittlich sonnig. 

Doch auch nach dem Abbrennen der zahlreichen Funkenfeuer in der Region wird sich der Winter nicht ganz geschlagen geben. Vielleicht folgt auf den Februarfrühling im weiteren Monatsverlauf ja noch der sprichwörtliche Märzwinter. Der April macht ohnehin was er will und selbst bis in den Mai hinein sind Spätfröste möglich. Deshalb sollte man den Frühling nie vor den Eisheilgen (11. bis 15. Mai) loben. Erst recht nicht in Zeiten des Klimawandels!

Niederschläge und Temperaturen

Tiefste Temperatur am 6. Februar:- 10,0°C (- 15,7°C)
Tiefste Temperatur am 6. Februar:- 10,0°C (- 15,7°C)
Höchste Temperatur am 27. Februar:+ 17,6°C (+ 6,4°C)
Durchschnittliche Monatstemperatur:+ 2,4°C (- 2,5°C)
Monatssumme des Niederschlags:30,5 mm (56,9 mm)
Gesamtsonnenscheindauer:139,0 Stunden (70,5 Stunden)

Die Messwerte beziehen sich auf die Wetterzentrale in Bad Schussenried, die Zahlen in Klammern geben die Vorjahreswerte an.

Zusätzliches Zahlenmaterial zur Monatsstatistik und jede Menge Informationen rund ums Wetter erhalten Sie unter www.wetterwarte-Zusätzliches Zahlenmaterial zur Monatsstatistik und jede Menge Informationen rund ums Wetter erhalten Sie unter www.wetterwarte-sued.com 

Roland Roth

Zurück

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Datenschutzbestimmungen. Ich akzeptiere Cookies von dieser Seite. Cookies akzeptieren