Die Kuh als Therapeut
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7. Februar 2019
Das Federvieh als Seelenwärmer: Das funktioniert, sagt Tier-Therapeutin Andrea Göhring Foto: PR

Das Schaf als Seelendoktor: Ein neuer Verein will Menschen mit Hilfe von Tieren therapieren.  Andrea Göhring, Vorsitzende von „Bauernhoftiere bewegen Menschen“ erklärt, wie das geht.

Rulfingen – Hühner, Schafe, Ziegen, Schweine, Esel und Kühe: Das sind Nutztiere mit dem etwas anderen Nutzen auf dem Hof von Biobäuerin Andrea Göhring. Ihre Aufgabe: Menschen mit Behinderungen ein Stück Lebensqualität zurückgzugeben. Das geht, indem  mit ihnen motorische, psychische oder soziale Fähigkeiten geübt werden. 

Die geprüfte Fachkraft für Tiergestützte Therapie hat eine lange Warteliste. Aber eine Therapiestunde hat auch ihren Preis. „Etwa 120 Euro müsste ich berechnen, wenn ich die Tierhaltungskosten mit einkalkuliere“. Denn der Aufwand für Weidehaltung, Stall, Schulungsraum, Unterhalt und nicht zuletzt Andrea Göhrings Arbeitszeit für Versorgung, Pflege und Ausbildung der Tiere belaufen sich auf mehrere zehntausend Euro jährlich. „Das können sich viele  nicht in dem Maße leisten, dass die Therapie dauerhaft greifen könnte“.

Pflegeleistungen für Menschen mit Handicaps mithilfe von Schaf und Kuh gibt es nicht auf Rezept, bedauert sie. Und die Krankenkassen erkennen die Behandlung mit Bauernhoftieren nicht an.

Abhilfe erhofft sich Andrea Göhring jetzt über den neugegründeten Förderverein „Bauernhoftiere bewegen Menschen“. Hier beteiligen sich die Mitglieder „mit einem minimalen Jahresbetrag von 60 Euro an einer Vielfalt an bezahlbaren Angeboten für Kinder, Jugendliche und Senioren“, erklärt sie. 

Gemeinsam sollen auch neue Ideen und Aktivitäten erarbeitet werden, außerhalb des tiergestützten Programms, aber angepasst an Andrea Göhrings Konzept „Lebensschule Bauernhof“. Und wer möchte, kann sich auch mit seinem eigenen Angebot, das in den Therapierahmen passt, einbringen.

Außerdem können die Vereinsmitglieder bei der Ausbildung der Tiere behilflich sein, eine Tierpatenschaft übernehmen oder die Öffentlichkeitsarbeit des Vereins unterstützen. Mit 15 Mitgliedern wurde der Verein vergangene Woche gegründet. Im Frühjahr ist ein erstes Treffen auf dem Hof geplant, wo dann die tiertherapeutische Arbeit naturnah erlebt werden kann. 

Der Verein sucht weitere Mitglieder. Mehr unter www.bauernhoftiere-bewegen-menschen.de.

Christina Maria Benz, Uli Landthaler

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