Der direkte Draht zur Stadt

7. Februar 2019
Petra Knaus (vorne) kümmert sich um Parkplätze – und um alle anderen Belange von Menschen mit Behinderungen. Karin Stroppel (hinten) arbeitet sie ein Foto: Christina Benz

Der Landkreis hat eine neue Behindertenbeauftragte: Petra Knaus ist seit einigen Wochen im Amt. Wer sie ist und was sie plant, erzählt sie dem Wochenblatt im Gespräch zusammen  mit Sozialplanerin Karin Stroppel.

Sigmaringen – Die 53-jährige, im Hauptberuf kaufmännische Angestellte bei einem mittelständischen Unternehmen,  erfüllt das Amt der Behindertenbeauftragten nebenberuflich und ehrenamtlich. „Petra Knaus ist Vertrauensperson und Ansprechpartnerin für Menschen mit Behinderung im Landkreis Sigmaringen. Sie ermöglicht den Kontakt zwischen Fachstellen und Betroffenen“, erklärt Sozialplanerin Karin Stroppel, die Petra Knaus in ihr neues Aufgabenfeld einarbeitet.

Gutes Netzwerk

„Mit Informations- und Beratungsstellen für Menschen mit körperlichen und seelischen Behinderungen sind wir in Sigmaringen gut aufgestellt“, sagt  Karin Stroppel. „Petra Knaus unterstützt Betroffene, sich in diesem Angebot zurechtzufinden.“

Auch die Leistung Angehöriger von Behinderten wolle sie vermehrt in den Vordergrund bringen. „In der Behindertenarbeit werden deren Belange häufig übersehen“, so Knaus. Für diese wolle sie sich einsetzen, etwa mit Gesprächsgruppen und Vernetzung. „Um die Aufgaben der Behindertenbeauftragten zu bewältigen, braucht man ein gewisses Einfühlungsvermögen in den Personenkreis, Bodenständigkeit und ein gutes Netzwerk“, nennt Karin Stroppel die Voraussetzungen, die Petra Knaus die Tür zu ihrem Ehrenamt geöffnet haben. „Ich wuchs in die Aufgabe hinein. Bereits mein halbes Leben stehe ich in Kontakt zu Menschen mit Behinderungen oder gesundheitlichen Schicksalsschlägen. Das prägt“, erzählt Petra Knaus. Doch nicht das eigene Umfeld, sondern vor allem ihre eigene Erkrankung sensibilisierte Petra Knaus für die Belange von Menschen mit Behinderungen. Mit 19 Jahren erhielt sie die Diagnose der chronisch entzündlichen Darmerkrankung Morbus Crohn. „Die Krankheit hat mich geprägt, mir aber auch Wege aufgezeigt, positiv damit umzugehen.“ Und diese Wege möchte sie in ihrem neuen Amt dem ihr anvertrauten Personenkreis aufzeigen. Auch zuvor war Petra Knaus in der Beratungsarbeit aktiv, leitet seit 1993 die Selbsthilfegruppe „Morbus Crohn“ und amtierte über zwei Jahre als Vorsitzende des Arbeitskreises der Selbsthilfegruppe in Sigmaringen.

Viele Falschparker

Dass sie zukünftig nicht nur im Landratsamt, sondern auch im Ortsverband des Sozialverbandes VdK in Pfullendorf Sprechstunden anbietet, dafür sorgte Vorsitzender Karlheinz Fahlbusch. Denn auch dort bestehe Handlungsbedarf. „Die Parkplatzsituation für behinderte Menschen muss optimiert werden, indem die Behindertenparkplätze nicht von Unberechtigten besetzt werden“, bestätigt er. „Behindertengerechte Toiletten in Restaurants, ein Hallenbad, das auch für Rollstuhlfahrer nutzbar ist oder Signalgeber für Sehbehinderte an Fußgängerampeln – in gemeinsamen Gesprächen werden wir einiges mit Frau Knaus lösen können“, so Fahlbusch.Auch in Sigmaringen zeigt man sich zuversichtlich: „Die Behindertenbeauftragten der Landkreise treffen sich regelmäßig zum Austausch. Wir sind gespannt, welche neuen Ideen in der nächsten Zeit aufkommen“, so Stroppel. Nächste Beratung: Donnerstag, 21. Februar, 17-19 Uhr in den Räumlichkeiten des VdK Ortsverbandes Pfullendorf, Hauptstraße 23 Petra Knaus ist erreichbar unter E-Mai Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

Christina Benz

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