Das Kinderfest wird 70

6. Juni 2019
Thomas Strobel und sein Team haben eine sehenswerte Altshauser Geschichtsstunde geschaffen Foto: Christina Benz

Vom 28. Juni bis 1. Juli fi ndet in Altshausen zum 70. Mal das traditionelle Kinderfest statt. Zum Jubiläumsjahr wirft die Ausstellung „70 Jahre Altshauser Kinderfest“ in der Alten Post einen Blick auf die Geschichte des größten Festes des Gemeindeverwaltungsverbandes Altshausen.

Altshausen – „Die Besucher erwartet ein geschichtlicher Überblick über das Kinderfest von seiner Entstehung bis heute“, erzählt Thomas Strobel, Vorsitzender des Festausschusses und Mitglied des Organisationsteams. Gemeinsam mit Dieter Heske, der mit Strobel den Vorsitz teilt, dem Ehrenvorsitzenden des Kinderfests Karl Blersch, Heimatforscher Elmar Hugger, Grafi kerin Anita Lang, Förderschullehrer Erwin Treuer und Ansprechpartner für die Wagenbauer Bernd Arnold tüftelte er an Möglichkeiten, einen bildhaften Rückblick auf 70 Jahre Altshauser Kinderfest auf beiden Stockwerken der Alten Post zu etablieren.

„Wir machten uns auf die Suche nach möglichen Exponaten, die wichtige Stationen des Kinderfestes bisher prägten, sahen uns in der Kostüm- und der Wagenhalle um, fragten Ehemalige an“, erzählt Strobel. Und sie wurden fündig: „Etwa eine Puppe, gekleidet in ein original Lehrerinnenkostüm aus alten Zeiten begleitet in der Ausstellung einen ABC-Schützen, wie man ihn noch heute auf dem Umzug sehen kann, die ehemaligen Kinderfesttrommlerund Biedermeierkostüme.“ Ein Marktwagen aus den 1960er Jahren des Festes konnte für die Ausstellung gewonnen werden, ein Schildkrötenkostüm aus dem Musical „Sammy“, eine Miniaturnachbildung der Fleischwanger Kirche und eine alte Mostpresse, die regelmäßig auf einem Wagen mitgefahren war. „Kaum ein Beobachter des Umzuges weiß, dass es sich hier in Wirklichkeit um eine alte Kartoffelpresse handelt. Aber es geht darum, die einzelnen Wagenaufsätze und -aufbauten einmal detailliert betrachten zu können. Beim Umzug ist das ja nicht möglich“, so Strobel.

Wer einen gesamten Umzug in aller Ruhe genießen möchte, kann dies entlang der Treppe, die beide Etagen miteinander verbindet. Am Geländer hat das Organisationsteam aus mehr als 100 Fotografi en einen kompletten Ablauf des Festes bebildert. „Um alle Fotos aus dem Fundus von Heimatforscher Elmar Hugger zu präsentieren, hätten wir noch viele Wände mehr aufstellen müssen“, so Strobel. Hugger selbst thematisiert im Erdgeschoss die Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg bis in die 1950er Jahre. Dort ist auch in Endlosschleife ein digitalisierter Film des Kinderfestes zu sehen, die erste Zeitungsanzeige zum Fest aus dem Jahre 1949 und der Wanderpokal sind unter Glas ausgestellt. „Wir erzählen mit unserer Ausstellung die Entwicklung des Kinderfestes, die Geschichte des Festausschusses, wir zeigen Menschen, die Teil unserer Heimatgeschichte sind“, so Strobel.

Doch kein Regen

Auch zwei besondere Festjahre heben die Macher hervor: „Zum einen 1953, als das Fest direkt im Anschluss an die Silberhochzeit von Herzogin Rosa und Herzog Philipp stattfand und 1947, als man sich entschied, das Fest wegen Dauerregens abzusagen und der Regen dann pünktlich zum eigentlichen Festbeginn um 13.30 Uhr endete.“ Gemeinsam mit dem gesamten Organisationsteam Teil dieser Historie zu sein, fühle sich für Strobel beeindruckend an. „Unser Ziel ist, die Tradition zu bewahren und dem Zeitgeist entsprechend fortzuführen“.

Die Ausstellung steht Besuchern bis 28. Juli im Foyer der Alten Post zu den regulären Öffnungszeiten des Rathauses offen. Außerdem an den Sonntagen 9. Juni, 16. Juni, 23. Juni, 7. Juli und 28. Juli sowie am Pfingstmontag von 14-17 Uhr. Am Kinderfestsamstag, 29. Juni, ist die Ausstellung von 14-17 Uhr und am Kinderfestsonntag, 30. Juni, von 10-13 Uhr geöffnet.

Christina Benz

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