Bilderflut in Ennetach

5. Juli 2019
Die Ausstellungsmacher: Von links Armin Franke, Karl-Friedrich Stützle, Rein-hard Brendle und Robert Miglioranzi. Photo: Christina Benz

Zur 1200-Jahr-Feier ist in Ennetach die Ausstellung „Ennetach – Einst bis Heute“ im Bürger-haus zu sehen. Neben rund 400 Fotografien, darunter die ältesten von 1886, bebildern Dokumente und Urkunden Auszüge aus der Geschichte und des alltäglichen Lebens des Mengener Stadtteils. Die Vernissage findet am Samstag statt, zur Ausstellung ist ein Buch erschienen.

Ennetach –In einer Gemeinschaftsaktion mit Ennetacher Bürgern und dem Heimat- und Geschichtsverein hat Armin Franke, der sich selbst als „nichts mehr als ein engagierter Ehrenamtlicher, dem dieses Projekt Freude macht“ bezeichnet, eine stolze Anzahl an Fotografi en zusammengetragen. „Aus mehr als 2000 Fotos aus Familienarchiven konnten wir 430 Bilder für die Ausstellung auswählen“, erzählt er.

Zu sehen seien hinter Glas außerdem Originalurkunden des Ortes von 1316 bis 1620. „Eine Rarität unter den Exponaten sind etwa die Ennetacher Statuten, ein Ennetacher Gesetzbuch, wie es in anderen Orten um diese Zeit noch gar nicht existierte“, so Franke. „Der Platz im Gruppenraum und Teilen des Foyers des Bürger-hauses reicht nicht aus, um alle Fotos und Dokumente in Vitrinen und auf Stellwänden zu präsentieren.“

Nicht allein die Ausstellung ist der Grund für eine solche Menge an zusammengetragenen historischen Zeitzeugnissen. Vor zwei Jahren plante Franke, eine Schützenscheibe mit einer darauf abgebildeten An-sicht von Ennetach um 1900 zu entwerfen. Während seiner Recherche nach einem geeigneten Foto kamen bereits so viele Bilder zusammen, dass Franke sie digitalisierte und somit den Grundstein zu einem Computerarchiv gelegt hatte. Mittlerweile benötigt er eine Cloud, um über ausreichend Platz für alle gespeicherten Dateien zu verfügen. „Immer mehr Ennetacher brachten mir immer mehr Bilder“. Manche wurden ihm lose in Körben oder Schuhschachteln, andere per E-Mail geschickt

Dann kam ihm die Idee: Die Ennetacher sollten auf ihren Bildern schriftlich die darauf abgebildeten Personen vermerken. „Alles vor 1940 können wir kaum mehr identifizieren. Viele Menschen, die uns die Geschichten hinter den Fotos erzählen könnten, sind bereits verstorben. Noch lebende Zeit-zeugen oder ihre Familienangehörige sollen auch weiterhin den Unbekannten einen Namen geben. „Dieses Projekt entwickle ich für die Nachwelt“. Lebendig wird es auch in der Ausstellung. Denn auf den Fotos sind Gegebenheiten aus dem Dorfleben, von Vereinen und der Fasnet oder dem Hand-werk zu sehen, aber auch hand-geschriebene Theaterplakate.

Ein tragischer Moment unter den Exponaten ist wohl der Umschlag der Mobilmachung aus dem Jahre 1914 mit der Kriegseinberufung von Ennetacher Männern. 300 aller Bilder veröffentlichte Franke in einem Fotoband zur 1200-Jahr-Feier.

Die Buchpräsentation findet im Rahmen der Vernissage statt. Im Anschluss lädt der Musikverein in den Garten beim Musikerheim zum traditionellen Gartenfest ein, das dieses Jahr ganz im Zeichen der 1200-Jahr-Feier stehen soll. Es ist der Auf-takt zur Festwoche.

Vernissage und Buchpräsentation: Samstag, 6. Juli, 16 Uhr im Bürgerhaus Ennetach.

Weitere Infos unter www.mengen.de

cmb

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