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Jugendmusikschule lädt zum gemeinsamen Musizieren ein

Jugendmusikschule lädt zum gemeinsamen Musizieren ein
Familie Leonhardt mit Markus an der Tuba, Sophia an der Trompete, Ulrike an der Klarinette, Eva am Cello und Susanne an der Geige haben schon mal fürs gemeinsame Musizieren im Garten geübt. Die Nachbarn und die Fotografin durften sich über den spontan eingeübten Kanon „Froh zu sein, bedarf es wenig, und wer froh ist, ist ein König“ freuen. (Bild: Stadt Wangen /sum)
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Am Sonntag soll es von möglichst vielen Häusern in der Region schallen

Wangen – Die Jugendmusikschule Württembergisches Allgäu (JMS) möchte ein Zeichen des Zusammenhalts in der Corona-Zeit setzen. Sie ruft deshalb alle, die gerne musizieren, vor allem die Schülerinnen und Schüler der JMS dazu auf, am Sonntag, 26. April 2020, um 18 Uhr gemeinsam zu musizieren.

Das Prinzip ist von ähnlichen überregionalen Aktionen zu Beginn der Corona-Krise bekannt: Menschen musizieren auf Balkonen, spielen im Garten oder singen im Wohnzimmer. In diesem Fall geht die Initiative von der JMS mit Sitz in Wangen aus. Wo Menschen sich nicht frei bewegen können, sind aber immer noch die Gedanken frei. Entsprechend fiel die Wahl auf das Lied „Die Gedanken sind frei“.

„Wir wollen auf diesem Weg ein Zeichen des Zusammenhalts, der Solidarität und der Präsenz setzen und die Musik-Aktion im gesamten Zweckverbandsgebiet starten“, sagt Musikschulleiter Dr. Hans Wagner. Damit auch alle – wenn auch getrennt – zusammenspielen können, hat die JMS über den Musikverlag Rundel kostenfreies Notenmaterial bekommen. Über den Link www.rundel.de/de/lieder_die_verbinden/c-340 findet sich der Download für die verschiedenen Stimmen. „Es wäre natürlich umso schöner, je mehr Musiker sich dieser Aktion anschließen“, sagt Wagner.

Die JMS unterrichtet auf vielen Wegen

In „normalen“ Zeiten hätte die Musikschule die erste Woche Musikunterricht nach den Osterferien hinter sich. Die gute Nachricht ist: Alle Lehrkräfte sind gesund und voll bei der Arbeit. Doch auch der Musikunterricht kann während der Kontaktsperre – wie bei anderen Schulen – nur online, übers Telefon oder per Post stattfinden, wie der Schulleiter erläutert.

Bereits die ersten drei Wochen vor den Osterferien habe das Kollegium genutzt, um den Kontakt zu den Schülern und Schülerinnen zu halten und dabei verschiedene Möglichkeiten des „Ersatz- oder Fernunterrichts“ erprobt, sagt Wagner. Inzwischen wurden die Erfahrungen in ein Konzept gegossen, das je nach Alter der Schüler sowie nach deren Möglichkeiten umgesetzt wird. Entsprechend erhalten die Schülerinnen und Schülern von ihrer jeweiligen Lehrkraft Noten per Email oder Post. Manchmal gebe es dann Unterricht übers Telefon, in vielen Fällen jedoch auch digitalem Wege.

Alle seien sich einig, dass diese Art des Unterrichts zwar nicht optimal ist und den direkten Kontakt nicht ersetzen kann, aber es sei eben eine gute Möglichkeit, den Kontakt zwischen Musikschülern und Schule aufrecht zu halten. Ob die JMS ebenso wie die Schulen ab Anfang Mai wieder den Betrieb wenigstens für den Einzelunterricht unter Einhaltung der Hygienevorschriften und Abstandsregeln beginnen kann, steht laut Wagner noch nicht fest. Sollte der Unterricht in den Klassenräumen weiter nicht möglich sein, wird die JMS überlegen müssen, diesen Unterricht über digitale Medien und auf den anderen Wegen fortzuführen und dann auch für den Zeitraum von angeordneten Schließungen ihren Schülerinnen und Schülern bzw. deren Eltern in Rechnung zu stellen. Eine andere Möglichkeit sieht Wagner nicht, denn die Kosten für die Musikschule laufen weiter.

Bisher hat die JMS keine Unterrichts-Entgelte berechnet, sondern ging vor, als ob die Lehrkraft erkrankt wäre. Kommen Schüler dann nicht auf die garantierten 34 Unterrichtseinheiten je Schuljahr, werde jeweils individuell abgerechnet. Nach nunmehr fünf Wochen Unterrichtsausfalls dürften annähernd alle Eltern und Kunden reduzierte bis deutlich reduzierte Mai-Abbuchungen erhalten, sagt Wagner.