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In Wangen steht jetzt ein Denkmal der Beharrlichkeit

In Wangen steht jetzt ein Denkmal der Beharrlichkeit
Dank des Altstadt- und Museumsvereins (AMV) Wangen und etlicher Sponsoren sitzt Maria Neff (Foto: Viola Krauss)

Wangen ist um ein Denkmal reicher. Die Bronzeplastik von Joseph Michael Neustifter vor dem Stadtmuseum Eselsmühle zeigt Maria Neff, die letzte Eigentümerin des Gebäudes. Das „Mariele mit der Haube“ wie sie nur genannt wurde, war keine gewöhnliche Frau. Sie war eigenwillig. Genau diese Eigenschaft und ihre Beharrlichkeit sorgten später für ein museales Schmuckstück und stießen die Altstadtsanierung an.

Wangen – 1968 versuchte die Stadt Wangen, die Eselmühle zu erwerben, um sie abzureißen und eine breitere Straße in Richtung Leutkircher Straße zu schaffen. Die Tochter des letzten Müllers wollte das allerdings nicht. Sie vertraute so gut wie keiner Amtsperson. Der neue Bürgermeister Dr. Jörg Leist allerdings fand Dank ihres geliebten Katers Einlass, weil das Tier ihm um die Beine strich. Leist “erbettelte“ beim damaligen Landrat Münch 10 000 Mark, um das marode Dach der Mühle zu reparieren.

Maria Neff glaubte dem neuen Stadtoberhaupt, dass er die Mühle erhalten wolle. Sie verkaufte das Gebäude 1969 unter dieser Zusicherung an die Stadt.  Durch ihre Beharrlichkeit, die Mühle niemals zum Abriss zu verkaufen, schuf sie die Voraussetzung für die heutige Museumslandschaft. Ein wichtiger Teil des Altstadtbildes blieb damit erhalten, und der Startschuss zur Altstadtsanierung war gegeben.

Die Umgebung rund um die Mühle am Eselberg ist mittlerweile ein fotogenes Wangener Schmuckstück geworden. Der Altstadt- und Museumsverein hat mithilfe einiger Sponsoren das Denkmal an die letzte Mühlenbesitzerin realisiert. Im städtischen Museum ist anlässlich Maria Neff und de Skulptur eine Sonderausstellung mit dem Namen „Denk mal“ bis zum 31. Oktober zu sehen.

Viola Krauss