Ausgaben

Hospital zum Heiligen Geist hat Gründe zur Freude

Hospital zum Heiligen Geist hat Gründe zur Freude
Pflegedienstleiterin Annette Füssinger kann aus der Hand von Ehemann Dierk Kaestle einen symbolischen Scheck über 6800 Euro für die Hospitalstiftung zum Heiligen Geist als Anerkennung für die geleistete Arbeit im Zusammenhang mit der Corona-Bekämpfung entgegennehmen. Oberbürgermeister Michal Lang übergibt Behelfsmasken, die die Firma Zoller und Fröhlich der Stadt Wangen für diesen Zweck zukommen ließ. (Bild: Stadt Wangen /sum)
WOCHENBLATT

Alle Bewohner sind Corona-frei – Spenden beweisen Solidarität mit den Pflegenden

Wangen – Große Freude herrscht derzeit bei der Hospitalstiftung zum Heiligen Geist – und das aus mehreren Gründen. Das Pflegeheim ist wieder frei vom Corona-Virus und die sechs Bewohner zwischen 83 und 93 Jahren sind genesen. „Es geht ihnen gut“, sagte Pflegedienstleiterin Annette Füssinger am Donnerstag im Rathaus.

Sie und ihr Team sind auch weiterhin besonders sensibel, wenn ungeklärtes Fieber oder Erbrechen bei den Heimbewohnern festgestellt wird. „Jeder Verdachtsfall wird sofort isoliert und getestet“, sagt Pflegedienstleiterin Annette Füssinger. Oberbürgermeister Michael Lang dankte allen Pflegekräften für ihren Einsatz. „Es ist vorbildlich, was das Hospital in diesem Zusammenhang geleistet hat“, sagte er. „Die Krise wurde hier sehr gut gemanagt.“ Er hält es für wichtig, dass alle Senioren- und Pflegeheime Tests zulassen, nicht nur um die Bewohner, sondern auch um die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu schützen. Er verwies auch auf aktuelle Zahlen des Landkreises, die zeigen, dass der Landkreis Ravensburg, in dem früh Infektionen festgestellt wurden, inzwischen das geringste Infektionsgeschehen im Land aufweist. Mit Stand 13. Mai 2020, 16 Uhr, wies der Landkreis im Rückblick der vergangenen 7 Tage nur eine Covid_19-Infektion auf und liegt bei einer 7-Tage-Inzidenz (Fallzahl pro 100.000 Einwohner) von 0,4 und damit an letzter Stelle der Tabelle. Die derzeit am meisten betroffenen Landkreise haben Inzidenzen von bis zu 30,2, wie er sagte.

„Die Zeit war auch für die Bewohner schwierig“, sagt Annette Füssinger und freut sich über die vielen positiven Reaktionen, die aus der Bevölkerung kamen. Weil in der Zeit ab Ostern der Kampf gegen das Virus ganz besonders intensiv und zeitraubend geführt werden musste, sah sich ihr Ehemann Dierk Kaestle im Nachgang veranlasst, ein sichtbares Zeichen der Anerkennung zu setzen. „Man kann nicht immer nur Beifall klatschen“, sagt er. „Man muss auch etwas tun.“ Er hatte über die Osterfeiertage aus nächster Nähe gesehen, unter welch hohem Druck im Hospital gearbeitet wurde, um eine Ausbreitung des Virus zu vermeiden, nachdem an Karfreitag der erste positive Test vorlag. Seine Frau habe er in diesen Tagen so gut wie nicht gesehen. Und so warb er im Bekanntenkreis um Zuwendungen für die Hospitalstiftung. „Wer immer von mir angesprochen wurde, reagierte positiv“, sagt er. Und so kam durch die Spenden vor allem von der Ing. Gerhard Beckmann K.G., aber auch durch die SV Sparkassenversicherung Wangen, die Augenarztpraxis Drs. Gerling/ Janknecht/ Wiek, Robert Buhmann sowie einiger weiterer Personen die stolze Summe von 6800 Euro zusammen, die er im Rathaus offiziell an Annette Füssinger übergab.

Oberbürgermeister Michael Lang gab der Pflegedienstleiterin 500 Mund-Nase-Masken mit auf den Weg, die von der Firma Zoller und Fröhlich für diesen Zweck an die Stadt Wangen gegangen waren. Überhaupt hatten sich Firmen in den vergangenen Wochen sehr solidarisch mit der Hospitalstiftung gezeigt. So stellten Rose plastic Schutzkleidung und Adoma Gesichtsschilde zur Verfügung, die vom Pflegepersonal zusätzlich zum Mund-Nase-Schutz getragen werden, insbesondere wenn sie im direkten Kontakt mit den Bewohnern sind. „Da können wir sie sehr gut brauchen“, sagt Annette Füssinger, denn dadurch würden die Augenschleimhäute vor einer möglichen Covid_19-Infektion geschützt, wie ihr der Betriebsarzt bestätigt hatte.

Und für ein Strahlen der Belegschaft sorgte kürzlich ein unbekannter Spender, der 60 Sommerblumenpflanzen für alle Mitarbeiter hinterlassen hatte. „Wir können ihm nicht persönlich danken, aber er soll wissen, dass wir uns sehr gefreut haben“, sagt Annette Füssinger.