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Fragile Eier in kräftigem Holz

Fragile Eier in kräftigem Holz
Das Ehepaar Schledz arbeitet im Team für den Ostereiermarkt (Bild: Stadt Wangen)
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Wangen – Angelika Schledz gehört zu jenen sieben Ostereier-Künstlern, die im vergangenen Jahr neu in Wangen ausgestellt hat. Sie zeigte gemeinsam mit ihrem Mann Uwe perforierte Eier. Wobei es bei ihren Objekten nicht nur auf das Ei ankommt, sondern auch auf die Holzformen, in denen sie die Eier ausstellt. Die Fundstücke aus der Natur schnitzt Uwe Schledz passend zurecht.

Das Ehepaar ist erst seit Kurzem als Ostereier-Künstlerpaar unterwegs. Begonnen hat Angelika Schledz vor rund zwei Jahren mit ihrem Hobby, als sie in Rente kam. „Die Idee, Eier zu perforieren, hatte ich schon viel früher. In einem Wartezimmer blätterte ich vor x Jahren in einer Zeitschrift und sah dort einen Korb mit drei wunderschönen perforierten Eiern und einem Bohrer dazu“, erzählt sie. Dieses Arrangement sprach sie an. Sie nahm sich schließlich für den Ruhestand vor, in diese Art der Eierkunst einzusteigen.

„Ich habe im Maschinenbau gearbeitet und habe von daher ein Verhältnis zu technischem Werkzeug“, sagt die 67-Jährige. Und dennoch dauerte es einige Zeit, bis sie die passenden Bohrer gefunden hatte. Der Techniker einer Firma in Bergisch-Gladbach nahm sich ihres Problems an. „Meine Bohrer hatten bis dahin alle einen Schlag gehabt“, erzählt Angelika Schledz. Das bedeutet, dass die Löcher nicht gleichmäßig rund waren. „Bringen Sie mal ihre Eier mit“, hatte der Mann sie gebeten. Und so kam sie zu ihrer ersten kleinen Eier-Ausstellung. Und mit Hilfe des freundlichen Herrn auch zu einem Bohrer. Doch je weiter sie sich spezialisierte, desto exakter und feiner wollte sie auch arbeiten. Und so stieß sie schließlich in Bayern auf das, was sie suchte: Bohrer, die hauchfeine Löcher von mit Spitzen von 0,5 oder 0,7 Millimeter hinterlassen. Ihr Mann kommentierte die Anschaffung schmunzelnd mit den Worten: „Andere Frauen kaufen sich Schmuck – du kaufst einen Bohrer.“

Und dann kam der Gedanke hinzu, natürliche Objekte mit den Eiern zu kombinieren. „Ich gehe gern in den Wald und suche Äste oder Baumstämme“, sagt sie. Diese werden dann bearbeitet und dienen als Ständer für Straußeneier. Derzeit überlegt sie, ob und wie sie Schiefer oder Ton nutzen kann, um den Eiern stabilen und optisch attraktiven Halt zu geben.

Seit sie mit ihrem Mann von Köln aufs Land nach Eitorf gezogen ist, haben die Beiden den Bastelraum direkt neben dem Wohnzimmer – mit der Folge, dass sie gemeinsam viel Zeit beim Herstellen schöner Dinge verbringen. „Mein Mann schnitzt sehr gern“, sagt Angelika Schledz. Man darf also gespannt sein, was das Team für den 39. Wangener Osteiermarkt mitbringt.