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Corona bremst den Bierabsatz

Corona bremst den Bierabsatz
Braumeister Alexander Neugebauer und Geschäftsführer Elmar Bentele stoßen mit einem Farny „Kristall-Pfiff“ und dem nötigen Corona-Abstand an. (Bild: Oliver Hofmann)

Kißlegg-Dürren – Zusammen mit seinem Braumeister Alexander Neugebauer empfing Geschäftsführer Elmar Bentele zum diesjährigen Pressegespräch in der Dürrener Edelweißbrauerei Farny.

Schon an der Sitzordnung mit mächtig Abstand, war das Hauptthema, nämlich die Corona-Krise und die Auswirkungen auf die Brauerei, allgegenwärtig. Farny hatte im April einen Absatzverlust von 47 Prozent und büßte dabei wohl noch stärker als die Mitbewerber in der Region ein. Geschuldet ist dies der vergleichsweisen starken Stellung in der seit Mitte März geschlossenen Gastronomie. „Von unserem sonst regelmäßigen Bierausstoß von über 100.000 Hektoliter im Jahr, machen wir die Hälfte mit der Gastronomie und Veranstaltungen“, so erklärt Bentele. Auch in Dürren musste deshalb Kurzarbeit angemeldet werden.

Ebenfalls wurden die für 2020 geplanten Investitionen auf noch 700.000 Euro halbiert. Der Bau eines Blockheizkraftwerks auf dem Betriebsgelände, dass die Brauerei nicht nur mit eigenem Strom versorgen, sondern auch den Kältebedarf im Herstellungsprozess decken sollte, wurde also kurzerhand verschoben.

Obwohl die Gastronomie wieder geöffnet hat, rechnet Bentele mit einem schwierigen Verlauf des Geschäftsjahres. „Corona wird unser Geschäft noch länger beeinflussen. So kann es auch in der Gastronomie noch zu Insolvenzen und Schließungen kommen, ebenfalls fehlt uns durch den Ausfall der von uns belieferten regionalen Feste, wie Rutenfest oder des Wangener Kinderfests, jede Menge Ausstoß“, macht der Brauereichef deutlich.

Da laut Bentele aber in den vergangenen 35 Jahren stets investiert, saniert und modernisiert wurde und dies mit einer grundsoliden Finanzierung, blickt er trotz der Krise zuversichtlich und sogar verhalten optimistisch in die Zukunft.

Braumeister Neugebauer nennt dazu auch die Markteinführung der neuen Biersorte „Kristall-Pfiff“ Ende Januar. Abgefüllt in einer 0,33-Liter-Flasche setzt die Brauerei mit dieser mit etwas weniger Kohlensäure angereicherten Variante der Kernmarke Kristall-Weizen auf junge Menschen und Frauen als Zielgruppe. Auf Anhieb ist Farny damit ein echter Verkaufsschlager gelungen, der sich innerhalb der elf hauseigenen Biermarken auf Anhieb in die Spitzengruppe katapultiert hat.

Auch die Farny Destillerie ist ein Erfolgsgeschichte. So erhielten bei der „BrauBeviale“ 2019 in Nürnberg der Alpen-Gin und Bierbrand Goldmedaillen, der Falken Whisky sowie der Alpenglüher wurden mit Bronze ausgezeichnet.

„Jetzt haben es die Menschen aber selbst in der Hand, wie schnell sich die Gastronomen vom Shutdown erholen. Es wäre eine tolle Sache, wenn wir alle sagen könnten, dass wir bis Jahresende sooft bei unserem Lieblingswirt waren, wie wenn es Corona nie gegeben hätte“, appelliert Elmar Bentele an die Menschen in der Region.