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Echte Frauenpower bei myonic

Echte Frauenpower bei myonic
Julia Gaiß arbeitet nach ihrer Ausbildung zur Werkzeugmacherin bei myonic als Einrichterin an einer Schleif- und Honmaschine (Foto: Vio)

Technisches und physikalisches Verständnis, gute Mathekenntnisse und Präzision ist am Arbeitsplatz von Julia Geiß gefragt. Die 23-Jährige ist frisch gebackene Industriemechanikerin bei der Firma myonic GmbH in Leutkirch. Neben ihrer Abschlussprüfung hat die junge Frau im Juli als erster und einziger Azubi im Kammergebiet der IHK Weingarten die Zusatzqualifi kation „Additive Fertigung“ abgelegt.

LEUTKIRCH – „Etwas mit den Händen zu arbeiten und am Ende eines Tages das Ergebnis meiner Arbeit zu sehen, ist toll“, sagt die junge Industriemechanikerin. Aufgewachsen in der Landwirtschaft ihrer Eltern in Altusried hat man Julia Geiß als Mädchen oft entweder beim Opa oder dem Onkel in der Werkstatt gefunden.

Nach der 9. Klasse hat sie mit dem Beruf der technischen Zeichnerin geliebäugelt, sich aber dann doch fürs technische Abitur an der Fachoberschule in Kempten entschieden. Nach zwei einwöchigen Praktikas in einem Metall- und einem Elektrobetrieb war für sie klar: „Arbeit in der Werkstatt ist genau meins. Und der Werkstoff Metall hat mich besonders fasziniert.“ Angesteckt von ihrer Schwester Petra hat die junge Frau eine Ausbildung zur Industriemechanikerin ebenfalls bei der myonic GmbH begonnen.

Zum Anfang ihres zweiten Lehrjahres war Julia Geiß im Frühjahr 2018 Teil eines Azubi-Projektteams, das zur Aufgabe hatte, für die Additive Fertigung einen für Myonic passenden 3D-Drucker zu fi nden. Hierbei war die junge Frau in den kompletten Anschaffungsprozess eingebunden, sowie auch im darauf folgenden Aufbau der Additiven Fertigung bei myonic. Mit dem nun angeschafften 3D-Drucker werden Modelle oder Komponenten selbst hergestellt, die bislang außer Haus gegeben wurden. 

Die Förderung von qualifiziertem Nachwuchs spielt laut Bernd Koslowski, Ausbilder im Bereich Metall bei der Firma myonic eine große Rolle. Als er Julia Geiß von der IHKZusatzqualifi kation „Additive Fertigung“ erzählte, war für sie klar: „Die mache ich.“ Mit ihrem Abschlusszeugnis als Industriemechanikerin und der IHK-Zusatzqualifi kation in der Tasche, arbeitet Julia Geiß bei ihrem Ausbildungsbetrieb mittlerweile als Einrichterin von Schleif- und Honmaschinen. Erfüllend und spannend An dieser werden Teile für Computertomografen und Geräte für die Mammografie hergestellt.

Ihre Zusatzqualifikation benötigt sie dafür zwar nicht. „Aber man kann ja nie wissen, was noch kommt.“ Die 23-Jährige empfi ndet ihre neue Aufgabe als erfüllend und spannend. „Das ist nicht 08/15. Teile für CTs und Röntgengeräte für die Mammografie macht nicht jeder Industriemechaniker“, erklärt sie strahlend. Mehr Infos zu myonic GmbH und dem Ausbildungsberuf Industriemechaniker gibt‘s hier: www.moyonic.com  und https://berufenet.arbeitsagentur.de 

Der 3D-Druck, auch bekannt unter der Bezeichnung „Additive Fertigung“ ist eine umfassende Bezeichnung für alle Fertigungsverfahren, bei denen Material Schicht für Schicht aufgetragen und so dreidimensionale Gegenstände (Werkstücke) erzeugt werden. Dabei erfolgt der schichtweise Aufbau computergesteuert aus einem oder mehreren fl üssigen Werkstoffen nach vorgegebenen Maßen und Formen. Dieser Herstellungsprozess ist für kleine Stückzahlen relativ kostengünstig und schnell.

Viola Krauss