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Zwischen Kuh und Kürbis

Zwischen Kuh und Kürbis
In Achberg gibt es bereits einen Bauernhofkindergarten. Die Kinder lernen dort spielerisch den Umgang mit Tieren (Bild: VIO)

Kindergartenkonzepte gibt es mittlerweile die verschiedensten. Kißlegg wird bis Herbst 2021 seiner ohnehin bereits vielfältigen Betreuungslandschaft ein weiteres Angebot hinzufügen: Derzeit wird ein Konzept zur Einrichtung eines Bauernhofkindergartens erarbeitet, wie er in Achberg bereits seit mehreren Jahren existiert.

KISSLEGG – „Betreuungsangebote in der Natur sind bei uns stark gefragt“, sagt Bürgermeister Dieter Krattenmacher. Daher sehen er und der Gemeinderat einen Bauernhofkindergarten als eine gute Ergänzung zum vorhandenen Betreuungsangebot. Zudem hielten sich die Investitionskosten in Grenzen, da der Hof lediglich um ein Mobilhome oder ähnliches als Unterkunft, sowie Sanitäranlagen, Gartenund Spielflächen und Parkplätze ergänzt werden müsste. Die Idee dafür gibt es in Kißlegg schon länger. In der heute hochtechnologischen und oftmals naturfernen Zeit bietet ein Bauernhofkindergarten die Möglichkeit, natürliche Kreisläufe, ökologische Zusammenhänge und die Herkunft der Nahrungsmittel erfahrbar zu machen. Der achtsame Umgang mit Natur und Tieren wird im praktischen Tun vermittelt. Derzeit gibt es acht Kindergärten in der Gemeinde. Die Kinderzahlen sowie die Inanspruchnahme des Betreuungsangebots sind in den vergangenen zehn Jahren kontinuierlich gestiegen. Seit September befindet sich eine Gruppe im ehemaligen Kindergarten St. Gallus (Zellersee-Kindergarten) – befristet auf zwei Jahre, da die Kirchengemeinde das Gebäude umbauen will.

Diese Zeit soll nun genutzt werden, um eine Erweiterung des Betreuungsangebotes zum Bauernhofkindergarten vorzubereiten, ein Konzept wird jetzt erarbeitet. „Das Personal des bisherigen Zellersee-Kindergartens hat die Idee für einen Bauernhofkindergarten aufgegriffen. Die Erzieherinnen sind begeistert davon und möchten dieses Konzept auch umsetzen“, sagt Hauptamtsleiter Markus Wetzel. Der Bauernhofkindergarten ist für Kinder im Alter zwischen 3 und 6 Jahren geeignet, eine Ganztagesbetreuung ist nicht vorgesehen. Die Gruppengröße kann bis zu 20 Kinder umfassen. Als Standort hat die Gemeinde bereits einen Hof in Unterhaid im Blick, Gespräche mit der Bauersfamilie wurden bereits geführt. „Die Familie steht dem Betrieb des Kindergartens in Wohnhausnähe positiv gegenüber“, so Wetzel weiter.

Eine Inbetriebnahme wäre pünktlich zum Auszug des Zellerseekindergartens im September 2021 möglich. Auf dem Hof leben Zwergziegen, Kaninchen, Hühner, Katzen und Rinder. Gartenflächen für Gemüse, Kräuter, Beerensträucher und Obstbäume liegen am Hof. In unmittelbarer Nähe gibt es zudem Wiesen, Weiden, Wald und einen Bach. „Ein weiterer Vorteil ist die Ortsrandlage, die auch mit dem Fahrrad gut erreicht werden kann.“

Der Betrieb des Kindergartens, soll über eine Vereinbarung mit den Grundstückseigentümern gewährleistet werden. Die erforderlichen Flächen würden gegen eine Pacht zur Verfügung gestellt. An Investitionskosten geht die Gemeinde von etwa 50 000 Euro aus. Zusätzlich zum Unterkunftsraum kommen noch nicht bezifferbare Kosten für Wasser-, Abwasser und Stromleitungen. Laufende Kosten entstehen für Pacht, Tierfutter und –pfl ge (ohne Rinder) sowie Versicherungen. „Zusätzliche Personalkosten entstehen nicht, da das Team vom Zellerseekindergarten die Gruppe übernehmen würde“, so der Hauptamtsleiter.

Text: VIO