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Tuttlingens Landrat Stefan Bär mahnt Bürger zu besonnenem Verhalten

Tuttlingens Landrat Stefan Bär mahnt Bürger zu besonnenem Verhalten
(Bild: Landratsamt)

Tuttligen – „Ich kann und muss die Menschen im Landkreis Tuttlingen noch einmal zu einem besonders besonnenen Verhalten auffordern. Auch wenn es angesichts der aktuellen offiziellen Zahlen so scheint, dass unser Landkreis eine Insel der Glückseeligen ist – dem ist nicht so. Daher habe ich weder für diese sogenannten Corona-Partys noch für entsprechende hysterische Hamsterkäufe in Supermärkten Verständnis. Jeder sollte sich bitte an die allgemeinen Regeln halten: zu Hause bleiben, öffentliche aber auch private Kontakte und Versammlungen vermeiden und das Haus nur zum Weg zur Arbeit, zum Einkaufen oder zum Spaziergang mit dem Partner oder der Familie verlassen. Und dabei immer einen Mindestabstand von 1,50 Metern zu anderen Personen einhalten“, brachte Tuttlingens Landrat Stefan Bär seine Einschätzung der aktuellen Situation noch einmal auf den Punkt.

Aktuell sind im Landkreis rund 1000 Test bei möglichen infizierten Personen durchgeführt worden. 13 davon sind bis jetzt positiv (siehe immer aktualisierte Zahlen aus dem Landkreis auf unserer Homepage). Allerdings ist ihm auch bewusst, dass es noch eine unbekannte Anzahl an nicht ausgewerteten Tests gibt und dass auch eine bestimmte Anzahl an Personen noch nicht verständigt werden konnte. Um die Kollegen des Gesundheitsamtes bei der Information der getesteten Personen und bei der bei Betroffenen dann eintretenden Recherchearbeit der Kontaktkette zu unterstützen, wurde die Personalstärke des Gesundheitsamtes verdoppelt. So wurden Kollegen aus anderen Ämtern für die Telefonarbeit und die Besetzung der Hotline ans Gesundheitsamt überstellt. Diese Personenzahl könnte bei Bedarf noch einmal verstärkt werden.

Ausreichend vorhanden sind noch die notwenigen Teströhrchen. „Wir haben für heute, für Samstag und für Montag weitere Personen zum Testen einbestellt. Dafür und auch für die kommende Woche haben wir noch genügend Tests. Anders als etwa im Landkreis Sigmaringen oder Konstanz müssen noch keine weiteren Einschränkungen bei den Testungen durchführen“, so Landrat Stefan Bär weiter.

Hinter den Kulissen bereiten sich auch das Landratsamt und die angeschlossenen Städte und Gemeinden auf die zu erwartenden Ausgangssperren vor. Dabei setzt Bär auf eine landesweite Anweisung aus Stuttgart. Dass einzelne Kommunen wie Freiburg und Konstanz aktuell bereits selber entsprechende Erlasse getätigt haben, kann er nachvollziehen. „Grundsätzliche brauchen wir in Sachen Ausgangssperre aber eine klare und zeitnahe Leitlinie aus Stuttgart“, betonte Bär mehrfach.

Gesetzt dem Fall, dass die Ausgangssperre bekommt, sind die örtlichen Polizeibehörden mit der Kontrolle dieser beauftragt und bekommen durch diese Anordnung noch weitere Befugnisse, um sogenannte Corona-Partys oder andere Ansammlungen auf Spiel- oder Sportplätzen konsequent aufzulösen und gegen die betreffenden Personen dann auch strafrechtliche Maßnahmen einzuleiten. „Die Stadt Tuttlingen wird in diesem Fall die Polizeibehörden sicher in enger Absprache durch den eigenen Ordnungsdienst unterstützen. Alle anderen Städte und Gemeinden müssen dies für sich dann entscheiden und können sich zur genaueren Absprache dann natürlich auch an mich oder meine Mitarbeiter im Landratsamt wenden“ so Bär weiter.

Sollte die Ausgangssperre kommen, verbleiben die Möglichkeiten zum Einkaufen, zum Weg zur Arbeit oder für einen kurzen familieninternen Spaziergang das Haus zu verlassen. Allerdings dürfen die Behörden dies dann bei Bedarf auch kontrollieren und bei Verstößen entsprechende Verfahren anordnen und einleiten.