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Solidaritätsaktion für die heimische Gastronomie Jetzt Gutscheine bestellen und später einkehren

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Kurt Scherfer (Bild: Kreishandwerkerschaft Tuttlingen)
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Tuttlingen – Die Deutschen Innungsbäcker bleiben in der Corona-Krise, wie Supermärkte und Apotheken, weiterhin geöffnet, um die Bevölkerung zu versorgen. Damit hat die Politik eine Forderung der Verbände des Bäckerhandwerks aufgegriffen. Der Zentralverband des Bäckerhandwerks unterstützt die Bäckereien im gemeinwohlorientierten und unternehmerischen Krisenmanagement.

Der Betrieb von Bäckerei-Cafés ist aufgrund der Coronavirus-Krise untersagt. Lieferkunden wie Hotels, Restaurants und Betriebskantinen haben ihre Aufträge storniert. »Es gibt auch bei den Bäckern eine Umsatzdelle«, stellt daher Daniel Link, Obermeister der Bäcker-Innung Tuttlingen-Rottweil fest. Er fügt hinzu: »Wir sind aber froh, dass wir noch jeden Tag backen können.«

Da gerade mehr Menschen als sonst viel zu Hause seien, habe sich der Absatz von Brot und Kuchen etwas erhöht. Die Lebensmittelhandwerker seien flexibel und stellten ihr Sortiment rasch um. Die Bäko Südwürttemberg, Einkaufs- und Dienstleistungsgenossenschaft für Bäcker und Konditoren mit Sitz in Reutlingen, unterstützt sie dabei. »Wir schauen, dass die Lieferkette nicht unterbrochen wird, und haben unsere Lagerbestände aufgefüllt«, berichtet deren Vorstandssprecher Joost Nicolai Bremer.

Die Innungsbäcker in der Region Tuttlingen-Rottweil übernehmen derzeit aufgrund ihrer dezentralen Struktur und der regionalen Wertschöpfungsketten (Mühlen, Landwirte und regionale Lebensmittelerzeuger) in der Versorgung der Bevölkerung eine herausragende Rolle“, betont Bäckermeister Link. Den Bäckern kommt in der Corona-Krise eine besondere Schlüsselrolle zu: Sie produzieren vor Ort, garantieren kurze fußläufige Wege für die Kunden und sind flexibel. Bäckereien erfüllen somit zentrale Aspekte, um die Risiken in der Krise einzudämmen.

Kurt Scherfer verweist als Geschäftsführer der Bäckerinnung auf die umfassende professionelle Hilfe angesichts der Corona-Krise: „Wir stellen regelmäßig krisenspezifische Informationen, etwa zum Hygienemanagement, bereit. In den Verkaufsstellen gibt es zunehmend Abstandsmarkierungen Plexiglasscheiben auf den Theken. Hygieneregeln werden besonders betont. In rechtlichen Fragen, wie Kurzarbeit, Liquiditätshilfen und Steuerstundung, steht zudem der Landesinnungsverband und die Kreishandwerkerschaft den Innungsmitgliedern intensiv zur Seite.

„Vorstand und Geschäftsführung der Bäckerinnung danken allen Mitarbeitern im Bäckerhandwerk, aber auch der Bäcker-Einkaufsgenossenschaft BÄKO als zuverlässigem Rohstofflieferanten sowie ebenso den Mühlen und Landwirten für ihr Engagement. Das Bäckerhandwerk und seine Mitarbeiter leisten Tag und Nacht einen wichtigen solidarischen Beitrag in der Corona-Krise.

Trotz der vielen zu lösenden Probleme gilt es, in dieser außergewöhnlichen Phase den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Bäckerhandwerk »für ihre hohe Einsatzbereitschaft« besonders zu danken: „Ich denke, da darf ich auch für meine Kollegen sprechen“, ergänzt Obermeister Link. Gefreut habe ihn zudem, dass Bundesernährungsministerin Julia Klöckner (CDU) Bäckereien in diesen Tagen für »systemrelevant« erklärt hat.

Einen Wunsch liegt der Vorstandschaft der Bäcker-Innung Tuttlingen-Rottweil aber noch besonders am Herzen: „Unterstützen Sie Ihren Handwerks-Bäcker vor Ort – kaufen Sie als Kunden regional ein, um so die Arbeitsplätze im traditionellen Handwerk zu erhalten.“