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Interview mit dem Regisseur Carl-A. Fechner

Interview mit dem Regisseur Carl-A. Fechner
Carl-A. Fechner (Bild: screenshot)

Ab dem 1. April wird Power to Change – Die Energierebellion in der ARD-Mediathek zu sehen sein und am 15. April um 23:15 Uhr auch in der ARD gesendet. Was bedeutet dieser Erfolg, diese Veröffentlichung für Sie und wie haben Sie diese erreicht?

Carl Fechner: Dass wir diesen Film fast noch zur Primetime in der ARD zeigen können, und dass er dadurch auch in der Mediathek hinterlegt wird und damit noch einem größeren Publikum zugänglich gemacht wird, ist für mich eine große Ehre. Ein Erfolg, der den Film einem noch größerem Publikum zugänglich macht – und zudem der Lohn einer mehrjährigen harten Arbeit. Danken möchte ich dafür auch den Kollegen vom SWR, die intensiv und hartnäckig für die Veröffentlichung und die Platzierung des Films in der Mediathek gekämpft haben. Die ARD ist ja nicht unbedingt bekannt dafür, Produktionen abseits des Mainstreams im Hauptprogramm laufen zu lassen. Dass wir es geschafft haben, ist so ein wenig das Tüpfelchen auf dem i, nach dem großen Kinoerfolg hierzulande und den vielen Präsentationen auf Festivals und in Kinos weltweit.

Wie ist der Film entstanden, was hat Sie dazu bewegt und worauf können sich die Zuschauer, die ihn bisher nicht gesehen haben, freuen?

Freuen Sie sich auf einen Film, der Sie zum Handeln einlädt! Denn die Zukunft der Energieversorgung der Welt ist dezentral, sauber und zu 100 Prozent aus erneuerbaren Quellen möglich. Power to Change nimmt die ZuschauerInnen mit auf eine Reise durch ein Land, in dem Hunderttausende für die Energierevolution kämpfen. Viele Menschen unseres Landes machen sich um Strompreise und Speichertechnologien Gedanken, woanders bedeutet Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen, dass von heute auf morgen das eigene Haus zerstört ist und Familien aus ihrer Heimat fliehen müssen. Der Film macht erfahrbar, warum Menschen in der Ukraine sich mit allen Kräften für ein demokratisches Energiesystem einsetzen. Er zeigt einen Aufbruch in eine Zukunft, die ohne fossile und atomare Energieträger auskommt – und er zeigt es berührend, bewegend, überraschend und informativ, untermalt mit großer Filmmusik und in aufwändig gedrehten Bildern in Cinemascope.

Für mich persönlich bedeutet diese Veröffentlichung auch, dass meine Entscheidung, nach dem Irak-Krieg 1990 nicht mehr hauptberuflich als Reporter für Spiegel-TV oder andere konventionelle TV Sender zu arbeiten, richtig war. Ich wollte nicht mehr Teil eines auf vermeintliche Sensationen ausgerichteten Mediasystems sein, wie wir es ja im Moment auch wieder erleben. Mein Ziel ist es, Chancen, Perspektiven und Visionen zu zeigen. Daraus ist letztendlich fechnerMEDIA entstanden und als ein erfolgreicher Höhepunkt Power to Change.

Woran arbeiten Sie gerade, was steht als nächstes großes Projekt an?

Ich arbeite gerade an der Finanzierung des doku-fiktionalen Kinofilmes
Fridays – the story of a new world. Er ist der Nachfolger unseres letzten Filmes Climate Warriors, spielt auf allen fünf Kontinenten und zeigt eine Welt, wie sie komplett ohne fossile Brennstoffe und ohne Abhängigkeit von durch fossile Brennstoffe erzeugter Energie sein kann.

Aktuell steht die Finanzierung bei einem Drittel der Gesamtkosten von ca. 1,8 Millionen Euro. Auch die Baden-Württembergische Filmförderung MFG fördert dieses Projekt. Jeder kann sich beteiligen, siehe www.fridays-film.de