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Hinter die Kulissen des Corona-Testzentrums in Tuttlingen geblickt

Hinter die Kulissen des Corona-Testzentrums in Tuttlingen geblickt
(Bild: Landkreis Tuttlingen)

Tuttlingen – Seit gut eineinhalb Wochen läuft die Arbeit im Corona-Testzentrum in den Räumen der Fritz-Erler-Schule in Tuttlingen auf Hochtouren. Zwischen 40 und 60 Testungen, um abzuklären, ob ein Patient sich mit dem Corona-Virus infiziert hat oder nicht, nehmen die niedergelassenen Ärzte um Matthias Szabo (Vorsitzender der Ärzteschaft im Landkreis Tuttlingen) inzwischen vor.

So gleich der Ablauf dabei ist, so unterschiedlich laufen die Testungen dann doch ab. Schließlich ist jeder Mensch, der hinter der Testung steht, anders. Kommt er mit einer anderen Vorgeschichte zum Testzentrum und dadurch mit anderen Ängsten, Hoffnungen oder Vorbehalten. „Bei der Vielzahl an Menschen mit all‘ ihren Eigenarten hilft uns der inzwischen eingespielte Ablauf. Darüber hinaus funktioniert die Abstimmung mit den Hausärzten, die die Überstellung ans Testzentrum vornehmen und ihre Patienten mit jedem Tag besser auch auf die Abläufe bei uns im Testzentrum einstellen, immer besser“, berichtet Matthias Szabo.

Rund 95 Prozent der zur Testung geschickten Personen kommt mit dem eigenen Wagen und verlässt diesen in der Regel auch während des gesamten Vorgangs nicht. Erster Sammelpunkt ist der Kreisel vor der Fritz-Erler-Schule. Hier warten die Menschen, bis sie vors Eingangsprotal vorfahren können. Dann werden vom testenden Mediziner die persönlichen Daten abgeglichen und dann der Abstrich im Rachenraum oder in der Nase vorgenommen. Dann wandert das komplette Paket an eine Arzthelferin, die den Abstrich für die Übersendung ins Labor vorbereitet und die persönlichen Daten an vier FSJler vom Landratsamt, die für die Verwaltungsarbeiten abgestellt wurden, übergibt. Diese pflegen die Daten ein und übernehmen im Bedarfsfall auch die telefonische Nachbearbeitung eines Termins.

Das Besondere am Corona-Zentrum ist die Möglichkeit für rund fünf Prozent der zu testenden Personen, diese durch einen Hintereingang in ein extra eingerichtetes Beratungszimmer zu führen. Dort können in besonderen Fällen, bei entsprechenden Vorerkrankungen, heftigeren Symptomen oder einem höheren Informationsbedarf auch direkte Gespräche mit dem diensthaben Arzt – der in der Regel zur Riege von etwa 50 niedergelassenen Ärzten aus dem Landkreis gehört, die sich für die Arbeit im Zentrum freiwillig gemeldet haben gehört – stattfinden können. Manchmal kann es dann auch passieren, dass der Patient direkt aus dem Testzentrum ins Klinikum überstellt wird, um dort intensiver medizinisch betreut zu werden.

Auch für Landrat Stefan Bär ist die Zusammenarbeit mit den niedergelassenen Ärzten im Testzentrum eine andauernde Erfolgsgeschichte in Zeiten des täglichen Krisenmanagements. „Das Corona-Testzentrum ist für uns eine wichtige Einrichtung, um die Ärztinnen und Ärzte des Landkreises zu unterstützen und zu entlasten. So können mögliche Corona-Patienten aus den Hausarztpraxen ferngehalten werden. Wir danken allen Beteiligten für ihr tägliches Engagement“, heißt es dann auch aus seinem Büro.

Erreichbar ist das Testzentrum jeden Werktag zwischen 8 und 12 Uhr und dann wieder zwischen 13 und 17 Uhr. An den Wochenenden besteht die Chance zwischen 9 und 12 Uhr vorbeizuschauen. „Aktuell überlegen wir aber, ob wir die Zeiten an den Wochenenden noch ausweiten. Wenn ja, wie lange steht aber noch nicht fest. Das kommunizieren wir dann aber auf den üblichen Kanälen“, berichtet Szabo über die ständigen Anpassungen an die extrem dynamische Corona-Entwicklung auch im Landkreis Tuttlingen.