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Festtage im Klinikum – Eine etwas andere Weihnachtsgeschichte

Festtage im Klinikum – Eine etwas andere Weihnachtsgeschichte
Ann-Katrin Hiller (l.) und Karin Berzleben sind Hebammen aus Berufung und auch an den Feiertagen für ihre werdenden Mütter da. (Foto: Klinikum)

Weihnachten. Die drei Tage im Jahr an denen viele von uns zwei, drei Gänge rausnehmen. An denen man versucht seiner Familie, seinen Liebsten, so viel Zeit und Aufmerksamkeit wie möglich zu schenken und an denen man überhaupt nicht gerne ans Arbeiten denkt. Doch es gibt sie auch, die Menschen, die an den Feiertagen arbeiten und dafür sorgen, dass es denen unter uns, denen es vielleicht nicht so gut geht, gerade in dieser Zeit an nichts fehlt.

Tuttlingen – Zwei davon sind Ann-Kathrin Hiller und Karin Berzleben. Die beiden Hebammen aus Leidenschaft teilen sich die Stelle als Leitende Hebamme im Klinikum Tuttlingen. Trotz ihrer langjährigen Erfahrung sind für die Beiden die Festtage im Klinikum immer noch etwas besonderes.

„Wir sind Ann-Katrin Hiller und Karin Berzleben. Wir teilen uns die Stelle als Leitende Hebamme am Klinikum in Tuttlingen. Wir lieben und leben unseren Beruf. Auch wenn wir uns jeden Tag in einem emotionalen Mikrokosmos zwischen der absoluten Euphorie, wenn ein Mensch das Licht der Welt erblickt, und den Momenten, in denen es Komplikationen gegeben kann, bewegen. Für uns beide ist es auch nach vielen Jahren in unserem Beruf immer noch ein absolutes Geschenk diesen intimen Moment miterleben zu dürfen und die Endorphine, die in diesen Sekundenbruchteilen frei werden, sind unbeschreiblich. An drei Tagen im Jahr potenziert sich dieses Gefühlsleben. Immer wenn Weihnachten ist. Eigentlich haben wir eigentlich weniger zu tun, weil jeder versucht diese Tage nicht im Klinikum zu verbringen. Daher können wir uns noch intensiver um die werdenden Mütter kümmern, die dennoch an diesen festlichen Tagen bei uns sein dürfen. Dank des Weihnachtsbaums, den unsere Techniker aufstellen und unsere Azubis schmücken, dank des vielen Weihnachtsgebäcks, das wir von dankbaren Eltern geschenkt bekommen und dank dieses schwer zu greifenden Gefühls von Dankbarkeit und Demut sind diese Stunden zwischen dem Heiligen Abend und dem Ende des Zweiten Weihnachtstages auch für uns immer wieder etwas ganz besonders.Wir können die Chance nutzen, um Ängste durch Nähe und Gespräche zu nehmen. Wir können uns mehr um die kümmern, die sich nicht sicher sind, ob sie eine gute Mutter sein können und die dann meistens mit allen Schwierigkeiten und Herausforderungen, die Mutter sein mit sich bringt, besser klarkommen als viele andere.Im vergangenen Jahr durften wir dann sowohl am Heiligen Abend und auch noch am zweiten Weihnachtstag einen neuen Menschen hier bei uns begrüßen und ihm bei seinen ersten Atemzügen begleiten und helfen. Wissen sie, in diesen Momenten ist es vollkommen gleich, was da draußen gerade so passiert. In diesen Sekunden haben wir den schönsten Beruf auf der Welt, sind dafür nur dankbar und wünschen allen frohe Feiertage.“

Sven Krause