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Coronavirus: Stadt verlegt erste Veranstaltungen

Coronavirus: Stadt verlegt  erste Veranstaltungen
(Bild: Adobe Stock)
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Tuttlingen – Die Stadt Tuttlingen hat weitere Schutzmaßnahmen beschlossen, um die Ausbreitung des Coronavirus zu verzögern. Erstmals werden auch städtische Veranstaltungen verschoben – unter anderem die Sportlerehrung.

„Die Abwägung ist nicht einfach“, so OB Michael Beck, „im Zweifelsfall aber entscheiden wir uns für die Sicherheit und die Gesundheit.“ Konkret bedeutet dies: Die für Samstag geplante Sportlerehrung wurde ebenso auf unbestimmt verschoben wie eine Buchvorstellung in Zusammenarbeit mit dem Kreisarchiv am Donnerstag sowie die Hauptversammlung der Feuerwehr am Freitag. Weitere Absagen oder Verschiebungen werden geprüft, die Stadtverwaltung wird darüber zeitnah informieren.

„Die Sportlerehrung ist eine Veranstaltung, bei der Austausch und Begegnung im Mittelpunkt stehen,“ so OB Beck. „Unter strengen Sicherheitsvorkehrungen oder nur im kleinsten Kreis macht das keinen Sinn.“ Aus diesem Grund hat sich die Stadt für die Verlegung entschieden – obwohl die Teilnehmerzahl unter der zuletzt vom Bundesgesundheitsministerium genannten Zahl von 1000 gelegen hätte. Ähnliches gilt für die Hauptversammlung der Feuerwehr. Hier beruft sich die Stadt auf eindeutige Empfehlungen des Innenministeriums Baden-Württemberg und des Regierungspräsidiums: Diese raten derzeit von Feuerwehrveranstaltungen generell ab, um zu vermeiden, dass im Infektionsfall ganze Feuerwehren unter Quarantäne gestellt werden müssten und nicht mehr bei Ernstfällen zur Verfügung stünden. Die Tuttlinger Feuerwehr wird daher ab sofort auch weitgehend auf Übungen verzichten.

In einer am Dienstag veröffentlichten Amtlichen Bekanntmachung fordert die Ortspolizeibehörde der Stadt Tuttlingen dazu auf, mit Blick auf öffentliche Veranstaltungen die vom Robert-Koch-Institut und vom Bundesminister für Gesundheit ausgesprochenen und regelmäßig aktualisierten Empfehlungen zu berücksichtigen. Da die Ortspolizeibehörde der Stadt Tuttlingen die letztendliche Verantwortung trägt, wird sie Einzelfälle gegebenenfalls prüfen und auch mit den Veranstaltern Kontakt aufnehmen. Weitere Absagen – unter Umständen auch von Amtswegen aus angeordnete – sind also möglich.

„Diese Maßnahmen sind präventiv – bis jetzt gibt es keinen bestätigten Corona-Fall in Stadt oder Landkreis Tuttlingen“, so OB Beck. „Mir ist bewusst, dass dies für diejenigen, die viel Zeit, Mühen und auch Geld in die Vorbereitung einer Veranstaltung gesteckt haben, sehr hart ist – aber im Interesse der Gesundheit müssen wir hier Prioritäten setzen.“ Vor allem Veranstaltungen, wo viele Menschen unkontrolliert in Kontakt kommen, seien eben Risikofaktoren.

Auf die Schließung von Schulen oder Kindergärten konnte in Tuttlingen bis jetzt verzichtet werden. In mehreren Fällen wurden aber einzelne Personen, die Reisen in Risikogebiete unternommen hatten, angewiesen, während der Inkubationszeit zu Hause zu bleiben.