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Gewerbemuseum Spaichingen startet virtuellen Rundgang

Gewerbemuseum Spaichingen startet virtuellen Rundgang
(Bild: screenshot)

Spaichingen – Alles wird digital, diesen Eindruck könnte man gerade haben angesichts der schnellen Entwicklung im digitalen Raum. Unter denjenigen, die sich auch gerade aufgemacht haben ihr Online-Angebot durch einen virtuellen Rundgang zu erweitern, ist auch das Gewerbemuseum Spaichingen. Museumsleiterin Angelika Feldes nimmt uns nun mit auf den Weg des Museums ins WorldWideWeb.

„Mein Mann Florian Kühner-Feldes, der sehr technikaffin ist, hatte sich vor zwei Jahren eine Rundumkamera angeschafft. Es war sein Vorschlag, mit der Kamera die Museumsräume aufzunehmen. Ein Foto hatten wir dann testweise gleich auf Facebook veröffentlicht. Da es dann aber technische Probleme gab und mein Mann beruflich sehr eingespannt war, sind die Bilder wieder in der Versenkung verschwunden.

Da das Gewerbemuseum – wie alle Museen – zurzeit für Besucher nicht zugänglich ist, lag es nahe, sich die Fotos nochmals vorzunehmen. Da wir inzwischen eine eigene Website haben, habe ich die Bilder an graphik-pool in Spaichingen geschickt, die auch die Museums-Website hergestellt haben. Herr Elsner hat die Bilder mit einer entsprechenden professionellen Software hochgeladen und mit Navigations-Buttons versehen. Besucher können sich nun in allen Räumen umsehen und erhalten auf eingefügten i-Punkten jeweils eine kurze Info zu den Räumen.

Die 360°Rundum-Bilder ermöglichen trotz der aktuellen Kontaktbeschränkungen einen Museumsbesuch. Die Rundumbilder sind interaktiv und aussagekräftiger als Standbilder, so können sich Museumsbesucher ein wenig die Zeit vertreiben und bekommen vielleicht Lust, das Museum später auch persönlich zu besuchen. Für mich weisen die Rundumbilder auch über die Corona-Zeit hinaus, denn sie können auch später Lust machen, unsere Website zu besuchen oder direkt zu uns zu kommen.

Aktuell sieht es bei uns so aus, dass für das Frühjahr und den Sommer geplante Ausstellungen abgesagt wurden – zum einen, da wir ja nicht wissen, wann die Kontaktbeschränkungen aufgehoben werden, zum anderen, weil die Vorbereitung von Ausstellungen eine Zusammenarbeit mit allen möglichen Leuten und Institutionen notwendig macht und man dann häufig gegen das Kontaktverbot verstoßen müsste. Wir hatten ja eine Ausstellung mit dem Briefmarkenverein und eine Fotoausstellung mit dem Spaichinger Heimatverein geplant, der einen Fotowettbewerb zum Thema Heimat Spaichingen – Heimat Sallanches ausgeschrieben hatte. Für die ausgefallenen Kulturveranstaltungen konnte ich mit den meisten Künstlern inzwischen Ersatztermine für das Jahresende bzw. für 2021 aushandeln. Meine Arbeit besteht im Moment weiter in der Öffentlichkeitsarbeit, zudem widme ich mich den vielen Arbeiten, die ja auch hinter den Kulissen anfallen, es muss zum Beispiel weiter inventarisiert werden, auch im Museumsdepot gibt es einiges zu tun. In dem Zusammenhang bereite ich gerade eine Serie für Facebook vor, die besondere Objekte aus dem Museumsarchiv vorstellen soll.

Einen Zeitplan für die Öffnung des Museums für Besucher haben wir hier nicht, da das von den behördlichen Vorgaben abhängt. Bis dahin konzentriere ich mich darauf, das Museum virtuell nach vorne zu bringen.“

Weitere Infos: www.spaichingen-gewerbemuseum.de/