Ausgaben

Gedenkstätte neu gestaltet

Gedenkstätte neu gestaltet
Museumsleiterin Angelika Feldes vor der neuen Allee mit den Informationstafeln. (Foto: Wolf Dieter Bojus)

Eine Außenstelle des Konzentrationslagers Natzweiler-Struthof befand sich in Spaichingen. Daran erinnert schon seit 1963 ein Kunstwerk nahe dem Friedhof. Jetzt ist die Gedenkstätte erweitert worden.

SPAICHINGEN – Am Fuß von dem großen Kreuz, das der Tuttlinger Bildhauer Roland Martin seinerzeit geschaffen hat, ist in Stein gehauen „Den Opfern der Gewalt“, dazu 30 Namen. Mehr ergab sich aus den Informationen an der Gedenkstätte nicht. Das ist nun geändert worden.

Viele Menschen mussten hier unter übelsten Bedingungen Zwangsarbeit leisten, 95 starben – an Hunger, Kälte, Gewalt. Nun soll an alle 95 erinnert werden – Roland Martin hat die Namen im gleichen Stil in Stein gehauen, in der vorigen Woche wurden die Steine in den Boden gesetzt. Dazu ist eine Allee mit Informationstafeln errichtet worden, die an die furchtbare Zeit erinnert, die über das Lager, seinen Zweck und seine kurze Dauer informiert – eine relativ kurze Zeit, in der doch 95 Menschen den Tod fanden. Die meisten von ihnen wurden hier, beim Bahndamm, in einem Massengrab beerdigt. Die Namen sind alle bekannt, aber bei 20 der Opfer sind die weiteren Angaben wie Herkunft und Alter nicht mehr festzuistellen.

Museumsleiterin Angelika Feldes hat über das KZ recherchiert, hat auch Bilder zur Illustration gesucht – und keine aus dieser Zeit gefunden. Die Bilder, die jetzt auf dem Tafeln sind, stammen aus der Zeit nach dem Zusammenbruch, auch Luftbilder der Alliierten sind dabei und Bilder aus einem vergleichbaren Lager in Neckarelz.

Eröffnet wird die Gedenkstätte am Sonntag, 29. September, ab 10 Uhr vor Ort, dem „Platz des Ehrenmals der Stadt“.

Wolf Dieter Bojus