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Vorflut gut, alles gut…

Vorflut gut, alles gut…
Einst galt er als ausgerottet. Heute siedelt er sich ungefragt überall an – und macht Probleme. Ach, Biber... (Bild: Pixabay

Dürnau – In manchen Landkreisen beginnt die Besiedlung gerade erst, in anderen hingegen ist längst klar: die Biber erobern ihre einstigen Reviere zurück. Das merkt gerade auch die Gemeinden Dürnau, denn hier plagt man sich aktuell mit der Übernässung weitläufiger Flächen rund um den Bierstetter Bach.

Rund 300 Reviere haben die kleinen Nager laut dem Regierungspräsidium Tübingen im Landkreis Biberach bereits etabliert. Auf die kommen rund 1050 Biber (Stand 2018). Tendenz: steigend, verglichen mit dem Stand von 2009, als es im Landkreis gerade einmal 60 Reviere gab.

Eines davon haben die Tiere im Bierstetter Bach bei Dürnau errichtet und hier einen regelrechten Damm gebaut. Der führt dazu, dass das Wasser, statt in seinen gewohnten Bahnen zu fließen, weitläufig über das Ufer tritt und für Übernässung auf den angrenzenden Grundstücken beziehungsweise Grün- und Ackerflächen sorgt. „Davon sind insgesamt neun Eigentümer betroffen“, erläutert Dürnaus Bürgermeister Bernhard Merk. Hier gehe es jetzt darum, die künftige Entwässerung dieser Flächen auch nachhaltig zu gewährleisten.

Bisher hatte dies eine Vorfl utleitung geleistet, die nun jedoch durch die tierischen Aktivitäten im Bach verstopft ist. Die Leitung soll deshalb jetzt teilverlegt werden, um ein zügiges Ablaufen des Wassers, der Vorflut, wieder möglich zu machen. Das Problem: beim Bierstetter Bach handelt es sich um ein Gewässer zweiter Ordnung, welches laut gesetzlicher Regelung dem Unterhalt der Gemeinde zur Last fällt. Daher fallen die rund 20 000 Euro Kosten für die Teilverlegung der Vorflutleitung nun auf die betroffenen Eigentümer zurück.

Bernhard Merk versichert jedoch: „Die Gemeindeverwaltung Dürnau steht hierzu in engem Kontakt mit den zuständigen Vertretern im Landratsamt Biberach.“ Dabei werde gemeinsam über einen Gewässerentwicklungsplan mit Fördermöglichkeiten nachgedacht.

Dass sich durch die Teilverlegung der Vorflutleitung etwas ändern wird, hält er nämlich für unwahrscheinlich. „Die Eigentümer der Flurstücke im direkten Umfeld des Biberdammes werden dadurch sicherlich so gut wie keinen Nutzen haben.“ Jedoch würde die Teilverlegung bedeuten, dass zumindest bei den bachäufwärts liegenden Flächen präventiv keine Schäden entstehen können.

Biber-Tagung

im Mai Fest steht jedenfalls, dass der Biber in Baden-Württemberg unter Naturschutz steht. Deshalb steht die Gemeinde Dürnau in engem Austausch mit dem Vorsitzenden des Wasser- und Bodenverbandes, Vertretern der Betroffenen, der Naturschutzbehörde des Landratsamtes Biberach und Vertretern Wasserwirtschaft Landkreis Biberach, um Lösungen zu finden.

Wer sich generell für den Biber und seine Machenschaften interessiert, kann die überregionale Biber-Fachtagung besuchen. Sie findet vom 1. bis 3. Mai in Bad Saulgau statt. Mehr Infos zur Fachtagung sowie das Anmeldeformular gibt es auf der Internetseite des Regierungspräsidiums Tübingen.