Ausgaben

Trockenheit beunruhigt Förster

Trockenheit beunruhigt Förster
Trockenheit und Sturmholz sind die besten Voraussetzungen für eine explodierende Borkenkäferpopulation. Zudem kann eine achtlos weggeworfene Zigarette schnell zu einem Waldbrand führen. (Bild: Pixabay)

Der Borkenkäfer kommt – junge Bäume sind gefährdet

Der Deutsche Wetterdienst hat bei seinen Stationen in Sigmaringen-Laitz und Pfullendorf eine mittlere bis hohe Waldbrandgefahr ausgegeben. Zudem sind die Förster durch die hohe Borkenkäferplage beunruhigt. Wir haben nachgefragt.

REGION – Wegen der anhaltenden Trockenheit ist in Teilen Baden-Württembergs die Waldbrandgefahr gestiegen, warnt der Deutsche Wetterdienst. Die warmen Temperaturen sowie der anhaltende Wind trocknen Waldböden und Wiesen aus.

Stefan Kopp, Leiter des Fachbereichs Forst in Sigmaringen, schränkt die Warnung ein. „Der Deutsche Wetterdienst berücksichtigt bei der Waldbrandgefahr die Lufttemperatur, Luftfeuchtigkeit, Windgeschwindigkeit, Niederschlagsmenge und Strahlung“. Die Förster schauen sich die Gegebenheiten im Wald genauer an. Zwar ist der oberste Boden und die Streuauflage sehr trocken, allerdings kommt der Unterwuchs in Saft und die feuchten Frühjahrstriebe der Gehölze schlagen dieses Jahr noch früher als sonst aus. „Eine Waldbrandgefährdung auf größerer Fläche können wir für den Landkreis Sigmaringen deshalb zum aktuellen Zeitpunkt nicht bestätigen“, so Kopp.

Ein Problem für die Förster ist vielmehr die Borkenkäferplage. Die Stürme im Winter haben im Kreis rund 100 000 Festmeter Sturmholz verursacht. Fast alle der 6000 Kleinprivatwaldbesitzer sind betroffen. „Wir bitten sie, das Sturmholz möglichst rasch und bis Mitte Mai aufzuarbeiten, damit sich der Borkenkäfer nicht weiter ausbreitet“. Denn Trockenheit und Sturmholz sind die besten Voraussetzungen für eine explodierende Käferpopulation.

„Wenn nicht bald Regen fällt, werden die auf den Schadflächen frisch gepflanzten Waldbäumchen vertrocknen“, weiß Kopp. Die Förster wünschen sich sehnlichst einen verregneten Mai. Die Jahre 2018 und 2019 waren viel zu trocken, zu heiß und zu niederschlagsarm. Genau das ist das Lieblingsklima schädlicher Borkenkäfer, die sich explosionsartig vermehren konnten. Das Fichtenholz aus den Winterstürmen 2020 trifft also auf riesige Heerscharen an vermehrungsfreudigen, kleinen, braunen Käfern.

Deshalb muss alles Sturmholz bis zum Ausflug der ersten Jungkäfergeneration 2020 aufgearbeitet und unschädlich gemacht werden. Also bis spätestens Mitte Mai.

Hier die wichtigsten Regeln zum Aufenthalt im Wald:

-Achtung Lebensgefahr: Absperrungen unbedingt beachten. Immer noch werden vom Sturm geworfene, angeschobene und geknickte Bäume beseitigt.
-Grillen und Feuer machen ist nur an öffentlich eingerichteten und gekennzeichneten Feuerstellen erlaubt.
-Rauchen ist im Wald vom 1. März bis 31. Oktober nicht erlaubt. Keine Zigaretten aus fahrenden Autos im Wald rauswerfen.