Ausgaben

Zwei Jahrzehnte Ehrenamt

Zwei Jahrzehnte Ehrenamt
Stefan Schmid (Foto: PR)

Stefan Schmid war 20 Jahre lang Vorsitzender des SV Daugendorf. Das WOCHENBLATT hat mit ihm über die aufregende Zeit im Ehrenamt gesprochen.

DAUGENDORFHerr Schmid, wie sind Sie Vorsitzender geworden?

Ich bin in dieses Amt praktisch hineingewachsen, weil mein Vorgänger Hubert Litzbarski schnell erkannte, dass ich nicht nur kicken wollte, sondern auch bereit war, Verantwortung zu übernehmen. So war ich bereits als aktiver Spieler im Ausschuss, Schriftführer, Kassierer der Jugendabteilung und schließlich 4.stv. Vorsitzender.

Haben Sie selbst gekickt?

Ja, ich stand für Daugendorf als Torhüter zwischen den Pfosten. Diese Position spielt man nicht, man muss sie leben, ähnlich wie die Tätigkeit als Vorsitzender.

Was waren die schönsten Momente in den 20 Jahren?

Die Sportplatzeinweihung in Bechingen 2001, das 50-jährige Jubiläum im Jahr 2004 mit dem Ehrengast Horst Eckel, Weltmeister von 1954 und der Aufstieg in die Bezirksliga 2006, in der wir uns jahrelang sportlich halten konnten.

Wie hat sich der Fußballsport verändert?

Die Wahrnehmung des Fußballs im Allgemeinen ist nach wie vor relativ groß, hängt aber extrem vom momentanen Erfolg der Mannschaften ab. Um in der Jugend überhaupt noch eine Mannschaft pro Altersstufe melden zu können, mussten in den letzten Jahren vermehrt Spielgemeinschaften von bis zu vier Vereinen gebildet werden. Für den Aktiven-Kader steht damit oft nur noch ein spärliches Angebot an Nachwuchsspielern zur Verfügung.

Welcher ist Ihr Lieblingsverein in der Bundesliga?

Mein Verein ist seit jeher der FC Bayern und ich hoffe er wird Meister. Als kleiner Junge war ich ein glühender Fan von Torwartlegende Sepp Maier. Die baden-württembergischen Vereine, im speziellen Freiburg und Stuttgart, verfolge ich auch mit großem Interesse.

Wie denken Sie über die Unsummen bei den Ablösesummen der Profi -Kicker?

Die Ablösesummen sind der blanke Wahnsinn. Sollten hier nicht rasch die Fachverbände, aber auch die Staatengemeinschaft regulierend eingreifen, sehe ich nicht nur Probleme für den Profi fußball, sondern auch für die Basis. Denn die Akzeptanz für den „Volkssport“ Fußball schwindet sonst massiv. Übrigens bei der Entwicklung der Gehälter sehe ich dies ähnlich.

Maximilian Kohler