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Wo drückt der Schuh in Buchau? – Bürgermeister Peter Diesch über die aktuelle Situation der Federseestadt

Wo drückt der Schuh in Buchau? – Bürgermeister Peter Diesch über die aktuelle Situation der Federseestadt
Bürgermeister Peter Diesch beschreibt im Interview (Foto: PR)

Bad Buchau erlebt derzeit einige wegweisende Investitionen. Das WOCHENBLATT hat mit Bürgermeister Peter Diesch darüber gesprochen, was sich im Moment alles tut und was in naher Zukunft geplant ist.

Herr Diesch, was wird derzeit in Bad Buchau angepackt?

Peter Diesch: Im Moment prägen sicher die Großbaustellen im Bereich des Moorheilbades das Stadtbild: Es entsteht ein Pfl egeheim mit 60 Betten, eine betreute Wohnanlage mit 15 Wohnungen, sowie ein neuer Thermeneingang – immerhin Investitionen in zweistelliger Millionenhöhe.

Was ist sonst noch geplant, was sind die großen Baustellen?

Nächstes Jahr wollen wir das Baugebiet am Möwenweg erschließen, um wieder Bauplätze für junge Familien anbieten zu können. Zudem ist die fällige Sanierung von Straße und Untergrund im Bereich der Adelindis-, Graf-Hatto-Strasse und des Heckenwegs geplant. Und wir sollten das Projekt auf dem Schloßplatz einen entscheidenden Schritt nach vorne bringen. Mittelfristig soll eine große Sporthalle in den Bittelwiesen entstehen – und wenn alles glatt läuft, auch ein touristisches Besucherzentrum am Federsee.

Und wo drückt Bad Buchau gerade der Schuh?

Fast schon traditionell gehört Bad Buchau zu den finanzschwächsten Kommunen im Landkreis Biberach. Aber wir haben gelernt, mit wenig klarzukommen und trotzdem schuldenfrei zu bleiben.

Wie entwickeln sich Handel, Gewerbe und die Einwohnerzahl?

Eine Stadt mit weniger als 5.000 Einwohnern im strukturschwachen Raum hat meist keine ausgeprägten Handelsstrukturen. Unser Einzelhandel hat es sehr schwer und wurde vom Strukturwandel der letzten Jahrzehnte hart getroffen. Andererseits hat sich die Anzahl der Arbeitsplätze insgesamt in den letzten 20 Jahren nahezu verdoppelt – vorwiegend im Gesundheitssektor und in der Industrie. Die positive Grundstimmung zeigt sich auch in der hohen Nachfrage nach Plätzen in unserem neuen Gewerbegebiet. Und die Einwohnerzahl entwickelt sich seit 6 bis 8 Jahren erfreulicherweise wieder deutlich nach oben: von zeitweise rund 3.800 Einwohnern, liegen wir aktuell bei rund 4.400, so viel wie nie zuvor.

Auf welche Dinge sind Sie besonders stolz?

Ich empfinde es als großes Privileg, im eigenen Heimatort Bürgermeister sein zu dürfen. In Baden-Württemberg stellt das eine seltene Ausnahme dar – und darauf darf ich sicher mit Recht stolz sein. Stolz bin ich aber auch auf die Stadt an sich, das große ehrenamtliche Engagement seiner Bürger und die reiche Stadtgeschichte, die wir nächstes Jahr im Rahmen des 1.250-jährigen Jubiläums gebührend feiern wollen.

Maximilian Kohler