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14 Nothelfer Corona-Zentrum?

14 Nothelfer Corona-Zentrum?
(Bild: MCB)

Das Krankenhaus 14Nothelfer hätte nach dem Schließungsbeschluss des vergangenen Jahres noch ein Jahr einen Teilbetrieb aufrechterhalten sollen: Planbare Eingriffe sowie das Regionale Geriatrische Notfallversorgungszentrum (Gerinove) sollten weiter laufen. Daraus wird jetzt nichts – der Corona-Notstand zwingt den betreibenden Medizin Campus Bodensee (MCB) dazu, den Betrieb einzustellen.

Weingarten – „Auch wenn vom Sozial-Ministerium weiterhin noch nicht das endgültige „Go“ gekommen ist, haben wir uns entschlossen, das Krankenhaus 14 Nothelfer Weingarten vorübergehend zu räumen“, erklärt Margita Geiger, Geschäftsführerin des Medizin Campus Bodensee am Freitagvormittag.

Mangels Patienten und dem weiterhin ausgerufenen Stopp für elektive Eingriffe in allen Krankenhäusern reifte dieser Entschluss, der selbstverständlich auch Auswirkungen auf das Regionale Geriatrische Notfallversorgungszentrum (Gerinove) hat, das ab Sonntag geschlossen ist. „Wir brauchen das Personal aus unserem Weingartner Standort dringend zur Ergänzung und als Personalreserve an den beiden anderen MCB-Standorten in Friedrichshafen und Tettnang“, ergänzt Personalleiterin Susan Würzner. Hier wurde jedoch kein Patient auf die Straße gesetzt, die letzten beiden wurden gerade entlassen, wie Pressesprecherin Susann Ganzert gegenüber dem WOCHENBLATT erklärt. Ähnlich läuft es auch in den Rehakliniken des Landes: Frei werdende Plätze werden nicht nachbesetzt, die Kliniken rüsten sich für den Notstand.

Auf WOCHENBLATT-Anfrage erklärt Markus Jox, Pressesprecher des Sozialministeriums: „Wir wappnen uns für stark ansteigende Zahlen von Intensivpatienten“. Dazu gehöre, dass planbare Eingriffe an Krankenhäusern verschoben würden und Rehakliniken Platz schaffen würden. Dass das Krankenhaus 14Nothelfer in Weingarten zum Corona-Zentrum wird, sei denkbar. Wer das dann betreiben würde, und wie es finanziert werden soll, ist wohl noch nicht klar. „Sobald der Rettungsschirm des Bundes für Krankenhäuser kommt, wissen wir mehr“, so Jox. Jedenfalls würden jetzt alle Räumlichkeiten erfasst, die sich als Notstation eignen würden: Bildungszentren, Messen und auch Hotels für weniger schwere, Nicht-Corona-Fälle. Angedacht ist wohl, Corona-Patienten in eigenen Häusern zu konzentrieren. Die Pandemie treibt alle Akteure vor sich her, mit heißer Nadel werden Notkonzepte erarbeitet, „alle arbeiten bis zur Erschöpfung“, so Jox.