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Wer vergibt die Corona-Kredite?

Wer vergibt die Corona-Kredite?
Die KfW hat Programme aufgelegt, um den Unternehmen durch die Corona-Krise zu helfen. Die müssen aber immer durch Banken vor Ort beantragt werden, die aber häufi g vor Restrisiken zurückschrecken. (Bild: KFW-BILDARCHIV/RUEDIGER NEHMZOW)
WOCHENBLATT

Viele Unternehmen sind Corona- bedingt in wirtschaftllichen Schwierigkeiten. Umsatzeinbußen bis zu 100 Prozent lassen sie ums Überleben kämpfen. Die Politik hat schnelle Hilfe versprochen und mit ihrer Corona-Soforthilfe für kleine Unternehmen auch geleistet. Wesentlich schwieriger ist es für mittlere Unternehmen, an Hilfskredite zu kommen. Denn diese müssen immer über eine Sparkasse oder Bank angefordert werden und die tun sich durchgängig schwer.

REGION – Gut gemeint ist nicht immer gut gemacht: Das müssen gerade viele Unternehmer erleben. Ihre Umsätze brechen weg, die Kosten laufen weiter, die Prognosen sind düster. Sie benötigen also schnelle Corona- Überlebenshilfe, ansonsten droht der Tod durch Corona.

Trotz guten politischen Willens ist staatliche Hilfe aber gar nicht so einfach zu bekommen, wie viele Unternehmer gerade bitter erfahren müssen: Zwar bürgt die KfW bei mittleren Unternehmen inzwischen für 90 Prozent der beantragten Kreditsumme.

Das Restrisiko von zehn Prozent müssen aber die beantragenden Institute tragen und das ist vielen dann immer noch zu viel. Die oft kleinen Banken fürchten, dass die KfW, nachdem die Hektik der Krisenzeit vorbei ist, eben diese Hilfskredite genauer unter die Lupe nimmt und rückwirkend ihre Bürgschaft wieder einkassiert.

Resultat: Genau die Banken, die sich zu Normalzeiten gerne als Helfer des Mittelstands präsentieren, lehnen die Vermittlung der staatlichen Hilfen von vornherein ab, überwiegend indem sie sich für bereits überlastet oder nicht zuständig erklären.

In dieser Situation befindet sich aktuell auch Ihr WOCHENBLATT. Trotz Zusage der KfW und positiver Signale der Bürgschaftsbank Baden-Württemberg für eine staatliche neunzigprozentige Bürgschaft sowie breiter politischer Unterstützung droht eine schnelle Hilfe zur Überbrückung des Coronabedingten Liquiditätsengpasses an den 28 bis 30 Banken die in ganz WOCHENBLATT-Land angefragt wurden zu scheitern. Denn die werden gerade von einer Kreditantrags-Flut überrollt und verschanzen sich.

„Es ist inzwischen eine Minute vor zwölf und sehr fraglich, ob das WOCHENBLATT genug Luft hat, Bürgschaftsbank und mitmachende Banken für unseren zwei Millionen Euro Corona-Kredit unter einen Hut zu bekommen“, so WOCHENBLATT- Mitherausgeber Peter Mauritz. Dem WOCHENBLATT drohe wegen zu spät kommender Corona-Hilfe bereits in den kommenden zwei Wochen die endgültige Betriebseinstellung, wenn kein Wunder geschehe und sich Banken doch noch erbarmen würden.

Aber nicht nur das Re-StartUp WOCHENBLATT, auch andere StartUps fallen durchs Raster. Sie sind für viele Programme noch nicht lange genug am Markt und haben in der Regel auch noch keinen Gewinn erwirtschaftet. Was nicht bedeutet, dass sie keine Zukunftsperspektive haben.

In dieser Situation muss dringend nachgebessert werden: Der wirtschaftspolitische Sprecher der CDU im Berliner Abgeordnetenhaus, Christian Gräff, plädiert dafür, die Hausbanken ganz aus den Sonderprogrammen zu nehmen und alle Hilfsangebote direkt über die KfW laufen zu lassen. Damit nicht eine ganze Generation von jungen Unternehmen Corona zum Opfer fällt.

Sie sind Unternehmer? Schreiben Sie uns Ihre Erfahrungen mit der Beantragung der KfW-Hilfsprogramme oder sachdienliche Hinweise auf eine Bank für uns an redaktion.rv@wochenblattonline. de.