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Und täglich grüßt die Corona-Angst… – Teil 4

Und täglich grüßt die Corona-Angst… – Teil 4
(Bild: Adobe Stock)

Ravensburg – Unsere Kollegin Franziska (Name geändert) ist aktuell frisch aus Südtirol zurückgekehrt, jetzt befindet sie sich14 Tage in häuslicher Quarantäne.

Hier erzählt sie uns fortlaufend ihre Geschichte:
Heute der sechste bis achte Tag ihrer häuslichen Quarantäne.

Tage 6 bis 8: Samstag 14. – Montag 16. März:

Ich bin im Grunde gerne zuhause und so ein paar Tage können erholsamen sein, aber jetzt habe ich das Gefühl, dass es reicht… und es geht noch eine Woche weiter.

Das Wochenende war bescheiden. Spaziergänge im Wald, gut gekocht, viel gelesen… Ich will nicht jammern und bemitleidet werden. Wenn ich höre, dass ganze Familien in Quarantäne sind, geht es mir noch blendend.
Wie beschäftigt man die Kinder über Wochen, wie geht man mit dem sicherlich auftretenden Streitpotential um? Ich möchte mir das gar nicht so richtig vorstellen.

Wie wichtig soziale Kontakte sind, merke ich jetzt täglich. Es tut gut, mit Freundinnen und Bekannten zu telefonieren. Man freut sich über jede WhatsApp, außer es sind Fake News. Darüber kann ich nicht lachen, denn dazu ist die ganze Situation zu ernst.

Eine Bekannte hat mir am Samstag ein paar frische Lebensmittel vorbeigebracht. Jetzt habe ich 5 x Schlagsahne, 5 Liter frische Milch (ich wollte H-Milch) und dieselbe Menge an Sahnequark. Der Auftrag lautete von jedem zwei. Na ja… was will man sagen.

Was mich zunehmend beschäftigt ist die Tatsache, dass regelmäßig genutzte Medikamente wirklich rar werden oder gar nicht mehr lieferbar sind. Seit einer Woche telefoniere ich unzähligen Apotheken hinterher, um noch an ein paar Restbestände meiner täglich benötigten Augentropfen zu kommen. Sie können wegen einem Zusatzstoff aus China nicht produziert werden und sind bis auf weiteres nicht lieferbar. Lt. Aussage einer Apothekerin kann sich das noch über einen längeren Zeitraum hinziehen. Ich habe schon viele Sorten ausprobiert und gerade diese vertrage ich gut. Wie geht es den Menschen, die auf wichtige Herzmittel angewiesen sind und beim Ersatzpräparat einen Inhaltsstoff nicht vertragen?

Die Lage spitzt sich zu und ein ungutes Gefühl bleibt. Was bringen die nächsten Wochen?
Gerade rief eine Freundin an und war total aufgebracht: „Stell dir vor, jetzt wollte ich meine Mutter für 2 Wochen in Kurzzeitpflege bringen und das Heim hat Aufnahmestopp wegen der Corona-Situation“.
Was mache ich nur? Ja – und was mache ich, wenn unsere Zugehfrau bei meinem Vater auch ausfällt…

Fortsetzung folgt…