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Und täglich grüßt die Corona-Angst… – Teil 3

Und täglich grüßt die Corona-Angst… – Teil 3
(Bild: Adobe Stock)

Ravensburg – Unsere Kollegin Franziska (Name geändert) ist aktuell frisch aus Südtirol zurückgekehrt, jetzt befindet sie sich14 Tage in häuslicher Quarantäne.

Hier erzählt sie uns fortlaufend ihre Geschichte:
Heute der fünfte Tag ihrer häuslichen Quarantäne.

Tag 5: Freitag, 13. März:

Ich hätte es wissen müssen: Quarantäne und Freitag, der 13.

Nachdem ich bei einer Tasse Cappuccino mit Magermilch – die 3,5 % ist leider aus, die neuesten Corona-Ereignisse im Radio verfolge, fängt mein Festnetz-Telefon an zu blinken und still ruht der See. Kein Rufzeichen und auch kein WLAN. Wunderbar! Nicht dass ich zuhause bleiben muss und das Wochenend-Highlight ein Spaziergang im Wald sein wird, – nein, jetzt sind auch noch die Leitungen befallen…

Der Kundendienstmitarbeiter meines Telefonanbieters erweist sich als sehr jung, freundlich aber leider ohne Ahnung. Innerhalb von 15 Minuten nuschelt er gefühlte 1500 Mal „Oh jeh, oh jeh“ ins Handy. Irgendwann denke auch ich „Oh jeh“ und frage, ob er mich nicht lieber mit einem Kollegen verbindet. Das Gespräch nimmt eine ungute Wendung und wir einigen uns darauf, dass ich einen neuen Versuch bei der Hotline starte, da er mich nicht verbinden darf. Jetzt geht die Sonne auf und der Mitarbeiter ist super auf Zack. Er nimmt sich Zeit und nach 15 Minuten geht alles wieder.

Aber so richtig zufrieden bin ich nicht. Die Sonne scheint, ich würde gerne in die Stadt zum Bäcker gehen und mir was Leckeres aussuchen. Das aufgetaute Vollkornbrot wird langsam hart und ich hätte Lust auf eine Brezel. Bis ich eine ordern kann ist es sicherlich später Nachmittag…

Der ganze Schreibkram, der so liegen bleibt, ist bereits erledigt, die komplette Wäsche gewaschen, das Bett frisch überzogen… Mir wird langweilig.

Die Schubladen der Küche – die waren noch nicht dran. Ich wusste gar nicht, dass ich sooo viele Tortenschaufeln, Flaschenöffner und Gefrierbeutel habe. Nach zwei Stunden blitzt alles und eine gut gefüllte Bananenkiste mit unnötigem Kram kommt in den Keller.

Da ich mich über mich selber ärgere, warum ich immer so viel Zeug in den Schränken horte, vertilge ich eine ganze Tafel Schokolade und danach ist mir schlecht.

Morgen ist Samstag und ich würde gerne über den Ravensburger Wochenmarkt schlendern, frisches Gemüse einkaufen, ein paar Blumen, meine Terrassenkübel bepflanzen, endlich meinen Vater besuchen, ihm eine Suppe kochen, mittags zu einem großen Spaziergang an den See fahren und am Sonntag meinen Sohn mit seiner Freundin zum Frühstücken bei mir einladen…

Fortsetzung folgt…