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OSK: Die Ruhe vor dem Sturm

OSK: Die Ruhe vor dem Sturm
Das sind sie, die ersten 1.500 FFP2 Masken, die nach dem Hilferuf der OSK auf Facebook von einem Hergensweiler Unternehmen an Elisabeth Pfender, Leiterin der Intensivstation in Wangen, übergeben werden. (Bild: OSK)

Die Oberschwabenklinik (OSK) bereitet sich auf steigende Corona-Fallzahlen vor. Da planbare Eingriffe verschoben wurden, ist die OSK nicht ganz so stark ausgelastet wie sonst. Die freien Kapazitäten werden genutzt, das Personal für den Einsatz in der Intensivpflege auszubilden. Allerdings ist die Schutzkleidung sehr knapp, deshalb hatte die Klinik einen Hilferuf via Facebook gestartet – die Resonanz war überwältigend.

Ravensburg – „Wir haben rund 170 000 Personen mit unserem Aufruf erreicht“, freut sich OSK-Pressesprecher Winfried Leiprecht und auch schon erste Hilfe erhalten: So hat ein Unternehmen aus Hergensweiler 1 500 FFP2 Masken übergeben, die dort normalerweise in der Produktion eingesetzt werden. Im Moment werden die rund 200 Rückmeldungen einzeln durchgegangen, „da geht es von Handschuhen bis hin zu Kontakten für Maskenlieferungen“, so Leiprecht.

In der Materialbeschaffung ist die OSK weitgehend auf sich gestellt. „Wir haben noch nichts von der Schutzkleidung bekommen, die vom Bund angekündigt wurde“, erklärt der Pressesprecher. Die Klinik verlasse sich lieber auf die eigenen Einkäufer, die alle Hebel in Bewegung setzen, um rechtzeitig Nachschub zu besorgen.

Da planbare Eingriffe verschoben und bislang noch wenig Corona-Patienten stationär aufgenommen wurden, kann das medizinische Personal im Umgang mit Schutzkleidung sowie Beatmungsgeräten geschult werden.

So hofft die Klinik, den erwarteten Ansturm gut bewältigen zu können. Im gesamten Klinikverbund stehen aktuell 53 Beatmungsbetten, 60 Intensivbetten und ganze Stationen mit Isolierbetten zur Verfügung – 20 Betten (Stand Redaktionsschluss Donnerstag) sind im Moment mit Corona-Patienten belegt, davon sieben auf der Intensivstation. Allerdings steigen die Zahlen seit wenigen Tagen stark: So waren in der vergangenen Woche durchschnittlich drei Corona-Kranke in der OSK untergebracht, am Mittwoch waren es elf, am Donnerstag schon 20. „Wir können natürlich nicht voraussagen, wie die Entwicklung weitergeht“, sagt Leiprecht.

Aber was ist, wenn die OSK an ihre Kapazitätsgrenzen stößt? „Dann wird das Landratsamt die Steuerung der Patientenströme übernehmen“, erklärt der Pressesprecher. Das bedeutet: Nicht so schwer Kranke können in Reha-Kliniken untergebracht werden, in Hotels oder auch in Hallen. Die OSK bleibt dann den schwereren Fällen vorbehalten.