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(Nicht) Auf die Pelle rücken

(Nicht) Auf die Pelle rücken
Daniela Leberer (Bild: Wochenblatt)

Kommentar von Daniela Leberer:

Ich kann es schon nicht mehr hören: Mindestens 1,50 Meter Abstand halten. Wie soll das gehen, wenn keiner weiß, wie viel das in Wirklichkeit ist? Ab 1,2 Metern hört das menschliche Schätzungsvermögen in der Regel auf. Viele steigen aber gefühlt schon bei 1 Meter aus. Gestern laufe ich den schmalen Philosophenweg oberhalb von Ravensburg entlang. Mir kommt ein schwatzendes und gut gebautes Paar mittleren Alters entgegen.

Ich laufe ganz rechts und denke beim Näherkommen: „Die werden doch jetzt wohl hintereinander laufen“. Nein, sie laufen stur weiter und ich drücke mich in die Hecke. In der jetzigen Situation zu diskutieren ist sicherlich zwecklos und gefährlich. Solche Situationen passieren mir gerade täglich. Ich will nicht als Angsthase rüberkommen. Aber kann man nicht erwarten, dass jeder etwas zur Seite geht? Ist es Provokation, Gleichgültigkeit, Leichtsinn? Ich verstehe es nicht. Das sind keine Einzelfälle. Auch an der Ampel stellen sich viele einfach neben einen. Gehe ich dann einen großen Schritt zur Seite wird man belächelt. Andere wiederum sind vorbildlich. Leider sind das die Ausnahmen. Ist es wirklich so schwer, Abstand zu halten? Es betrifft doch uns alle.