Ausgaben

Museen setzen in Zeiten von Corona auf digital

Museen setzen in Zeiten von Corona auf digital
(Bild: Zeppelin Museum)

Das öffentliche Leben wird deutschlandweit heruntergefahren. Cafés, Restaurants, Kinos, Schulen und andere kulturelle Einrichtungen bleiben vorerst geschlossen. Davon sind auch Museen betroffen, von denen die meisten eigentlich bald ihre ersten Ausstellungen eröffnen wollten – jetzt sind ihnen die Hände gebunden. Auf Schloss Waldburg und im Zeppelinmuseum Friedrichshafen hat man deshalb nach Lösungen gesucht und steigt jetzt auf ein digitales, virtuelles Angebot für die Museumsbesucher um.

Region – In der Realität ein Museum zu betreten, wird in nächster Zeit eher schwierig. Viele Museen haben ganz geschlossen, Führungen und Ausstellungen verfallen entweder komplett oder müssen verschoben werden. Wer jedoch in der langweiligen, eintönigen Zeit in den eigenen vier Wänden ein wenig Abwechslung sucht, kann sich dennoch mit Museumsangeboten berieseln lassen – nur eben in der virtuellen Welt.

So wird beispielsweise auf Schloss Waldburg „Museums-TV“ angeboten. Die Burgführer haben gemeinsam mit dem Betreiber Max Haller Filmsequenzen zu den verschiedenen Themen im Schlossmuseum erstellt, unter denen sich so einige Geschichten und Anekdoten zur Waldburg tummeln. Interessierte können so auch die für kommenden Monat geplante Ausstellung „Game of Crowns“ virtuell erleben. Sie handelt vom sagenumwobenen Kronschatz, der sich angeblich vor etwa 800 Jahren auf der Waldburg befunden haben soll…

Hierzu wurde im Museum ein Historienfilm mit rund 200 Komparsen abgedreht, der ursprünglich zur Eröffnung auf Leinwand gezeigt werden sollte. Nun kann die Geschichte und der Film zum Kronschatz auf Facebook, https://www.facebook.com/schlosswaldburg/, oder unter Youtube, Stichwort „Burgmax“ entdeckt werden.

Auch im Zeppelinmuseum Friedrichshafen möchte man nicht hinnehmen, keine Besucher mehr begrüßen zu dürfen – dann eben online! Denn durch die erst kürzlich neu gelaunchte Webseite des Museums haben die Betreiber nun die Möglichkeit, ihre Ausstellungen auch virtuell anzubieten. Besucher erhalten dabei umfangreiche Einblicke und Hintergründe über alles rund um das Museum und können alle wichtigen Informationen auch schneller und einfacher abrufen.

Um auch jetzt während der Schließung des Museums in einen abwechslungsreichen Kunstgenuss zu kommen, finden die Besucher in der Mediathek unter https://www.zeppelin-museum.de/de/digitales/mediathek Videos und kleine Filmchen rund um Ausstellungen und Sonderevents, aber auch mit Blicken hinter die Kulissen, wie im Museum gearbeitet wird. Außerdem hat das Museum unter dem Reiter „Webspecials“ alle kostenpflichtigen Booklets zu den Wechselausstellungen kostenfrei zur Verfügung gestellt. Beim Blättern durch die Guides können die die Ausstellungen „fast“ wie im Museum „gesehen“ werden.

Die Sammlung des Zeppelinmuseums umfasst in der Technik mehr als 6.000 Objekte und ist die bedeutendste Sammlung zur Geschichte der Luftschifffahrt. Die Kunstsammlung mit fast 4000 Werken hat den Schwerpunkten großer Meister aus Süddeutschland vom Mittelalter bis zur Neuzeit und spannt einen Bogen bis zur zeitgenössischen Kunst. Über das Onlineportal https://digitalesammlung.zeppelin-museum.de/ können die Besucher auf Entdeckungsreise zu Exponaten gehen, die bisher nicht öffentlich zu sehen waren oder nur temporär sind. Die Zahl der Objekte wächst dabei stetig. Virtuell besuchen kann man das Zeppelinmuseum übrigens auch über Facebook und Instragram (@zeppelinmuseum).

So hoffen die Museen, uns die Zeit, bis wir wieder real in ihren Gemäuern erscheinen können, zu verkürzen. Selbstverständlich bieten nicht nur Schloss Waldburg und das Zeppelinmuseum digitale Alternativen zum Besuch im Museum an. Hierzu lohnt es sich, die jeweiligen Webseiten der Museen aufzurufen und auf aktuelle Infos zu achten.