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Maiwärme und „Märzwinter“

Maiwärme und „Märzwinter“
Das Wetter im März: Bei hoher Sonnenscheindauer durchschnittlich nass und insgesamt etwas zu warm. (Bild: Adobe Stock)
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Bad Schussenried – Mit dem März beginnt für die Meteorologen bereits ganz offiziell der Frühling. Bis Ende April, teilweise bis in den Mai hinein, vollzieht sich nun der Übergang vom Winter- ins Sommerhalbjahr. Dabei folgen auf erste frühlingshaft warme Witterungsabschnitte empfindliche Kälterückfälle. Das stetige Auf und Ab ist für den März also durchaus Programm, so wie auch diesem Jahr.

Bis zum 10. herrschte ausgesprochen wechselhaftes, öfters nasses und kühles Wetter. Doch mit Hoch „Helge“ und seinem Nachfolger „Ingolf“ endete die lang anhaltende Dominanz der Tiefdruckgebiete und es wurde Tag für Tag wärmer. Vom 15. bis 20. konnte man schon Temperaturen wie sonst Anfang Mai genießen. Spitzenreiter waren Weingarten mit 21,3°C und Bad Saulgau mit 20,9°C. Wenigstens das Wetter verbreitete für einige Tage ansteckend gute Laune. Wer allerdings gedacht hatte, dass nun die Freiluftsaison beginnen würde und die Zeit der Sommerreifen gekommen war, der sah sich eines Besseren belehrt. Zwar kam mit „Jürgen“ ein weiteres, mächtiges Hoch, doch dies lenkte an seiner Südflanke arktische Kaltluft aus der Tiefkühltruhe Russlands in unsere Region. In den sternenklaren Nächten und bei geringer Luftfeuchtigkeit sank das Quecksilber auf minus 5 bis minus 10 Grad, in einigen Mulden und Senken auf der Schwäbischen Alb und im Allgäu örtlich nahe minus 15 Grad. Mancherorts wurden sogar die tiefsten Werte des vergangenen „Winters“ unterboten. Selbst tagsüber war es trotz strahlenden Sonnenscheins und der Kraft der Märzsonne bei einstelligen Temperaturen empfindlich frisch, wobei der stark böige, garstige Ostwind das Kälteempfinden durch den so genannten „Windchill-Effekt“ noch spürbar steigerte. Und auch nach der Umstellung auf Sommerzeit legte der sprichwörtliche „Märzwinter“ bis zum Monatsende alle aufkeimenden Frühlingsgefühle auf Eis.

Aufgrund dieser kalten Witterungsperiode hielt sich der Wärmeüberschuss letztendlich in Grenzen. An den meisten Stationen im Messnetz der Wetterwarte Süd war der März knapp ein Grad zu warm. Dazu gab es 15 bis 20 Frosttage und in den Niederungen nur einen einzigen Tag mit ein wenig Schnee.

Dank der kräftigen Hochdruckgebiete kann dieser März eine strahlende Sonnenscheinbilanz vorweisen. An der Wetterzentrale in Bad Schussenried war er mit 178,5 Stunden (Mittelwert: 132,5 Stunden) einer der sonnenscheinreichsten seit Aufzeichnungsbeginn vor 52 Jahren. Wegen der häufig auftretenden Regenfälle zum Monatsbeginn und flächendeckendem Regen und Schnee am 29. (Sonntag) wurde das Niederschlagssoll jedoch meist erreicht oder nur knapp verfehlt.

Der Frühling ist nun nicht mehr aufzuhalten, auch wenn man ihn nicht vor den Eisheiligen Mitte Mai loben sollte. Erst recht nicht in Zeiten des Klimawandels, der die Spätfrostgefahr trotz allgemeiner Erwärmung sogar noch verschärft.

INFO: Zusätzliches Zahlenmaterial zur Monatsstatistik und jede Menge Informationen rund ums Wetter erhalten Sie unter www.wetterwarte-sued.com