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Hotline des Gesundheitsamtes

Hotline des Gesundheitsamtes
(Bild: privat)

Unsere Kollegin Sandra (Name geändert) erzählt, wie sie es erlebt hat, das Gesundheitsamt zu erreichen.

CORONAVIRUS – Am Freitagabend wurden wir informiert, dass jemand aus unserer Familie Kontakt hatte mit einer Person, die positiv auf das Coronavirus getestet wurde. Nun war es wichtig, ruhig zu bleiben und keine Panik bei unseren Kindern zu verbreiten. Es war schon 21.30 Uhr, also haben wir uns die Telefonnummern vom Gesundheitsamt für den Morgen bereit gelegt.

Gleich am Morgen haben wir uns ans Telefon gesetzt und versucht, das Gesundheitsamt zu erreichen. Immer und immer wieder haben wir unser Glück versucht, aber es war entweder besetzt oder es klingelte, ohne dass jemand abgenommen hat. Eine Bandansage kam auch nicht. Parallel versuchten wir es bei der Corona-Hotline in Stuttgart und beim Notdienst der Hausärzte. In der Zwischenzeit haben wir uns beim Rewe-Lieferservice angemeldet, da wir uns schon mal eigenständig in den Quarantäne-Status versetzt haben. Mit einem Fünf-Personen-Haushalt hat man zwar generell genügend Lebensmittel zu Hause, dennoch sind diese auch dementsprechend schnell aufgebraucht, wenn man zu fünft dreimal täglich isst bzw. kocht.

Nach vier Stunden des erfolglosen Versuchens haben wir es dann tatsächlich geschafft, die Hotline zu erreichen. Die Dame war sehr freundlich und erklärte uns, was nun zu tun ist. Sie fragte, ob jemand Symptome hätte, denn nur dann wird man getestet. Glücklicherweise hat niemand Symptome, trotzdem ein unsicheres Gefühl. Also sagte ich der Dame, dass wir nun daher zwei Wochen in Quarantäne zu Hause bleiben werden und schon alles so eingeplant haben.


Plötzlich kam eine Aussage, die uns sehr verwundert hat: „Aber nicht, dass Sie jetzt denken, Sie müssen zwei Wochen zu Hause sitzen. Sie dürfen natürlich noch zum Einkaufen und spazieren gehen. Nur keine langen Unterhaltungen mit anderen Menschen, kein Händeschütteln etc., vor und nach dem Einkaufen Hände waschen, auf soziale Kontakte verzichten.“ Wir bedankten uns für das nette Telefonat und wünschten ihr weitere Kraft für die vielen Anrufe, die sie an diesem Samstag tätigen müssen. Da verriet die Dame mir, dass sie zu viert die große Flut bewältigen.

Unser Fazit: Wir sind eher vorsichtig und passen doch etwas mehr auf, als empfohlen.